Neuer Präsident für den Bauern-Verband

Keystone

Der Thurgauer SVP-Nationalrat Hansjörg Walter ist neuer Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV). Walter, der Marcel Sandoz ablöst, wurde von der Delegiertenversammlung in Bern am Donnerstag (16.11.) einstimmig gewählt.

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2000 - 15:07 publiziert

Er war einziger Kandidat. Mit Walter liegt das SBV-Präsidium nach Sandoz und dessen Vorgänger Jean Savary nach Jahren wieder in Deutschschweizer Hand. Zum neuen Vizepräsidenten wählten die rund 300 Delegierten den Genfer FDP-Nationalrat John Dupraz, da der lateinischen Schweiz statuarisch ein Sitz im dreiköpfigen Präsidium des SBV zusteht.

Von mehreren Deutschschweizer Delegierten wurde Dupraz zuvor allerdings heftig wegen Äusserungen in der Presse kritisiert, wonach die SVP für die Nachfolge von Adolf Ogi nicht wählbar sei.

Um den zweiten Vizepräsidiumssitz kam es nicht zur Kampfwahl zwischen den beiden bisherigen Deutschschweizer Amtsinhabern, da sich der Berner SVP-Nationalrat Fritz Abraham Oehrli "im Interesse der Sache" zurückzog. Damit war der Weg für die Wiederwahl des Zugers Peter Hegglin (CVP) frei.

Liberalisierung nach wie vor Hauptthema

Auch an der diesjährigen Delegiertenversammlung beschäftigte die Bauern insbesondere die rasche Liberalisierung der Agrarmärkte. Die Liberalisierung dürfe nicht "zum blanken Kannibalismus zwischen den Bauern unseres Planeten führen", warnte der scheidende Präsident Marcel Sandoz.

Für die kommenden Jahre sei weiter mit stagnierenden Einkommen im Landwirtschaftsbereich zu rechnen; dies bei steigenden Produktionskosten bei Energie, Zinsen oder Löhnen.

Resolution gegen Einkommenszerfall

In einer einstimmig verabschiedeten Resolution zuhanden des Bundesrats und des Parlaments fordern die Delegierten, die Leistungen der Bauern angemessen abzugelten und dafür zu sorgen, dass der Bauernstand wie die übrige Schweizer Bevölkerung am Wohlstand des Landes teilnehmen kann.

Die staatlichen Unterstützungen für Produktion und Absatz von Landwirtschaftsprodukten wie auch der Zielpreis der Milch dürften deshalb nicht weiter abgesenkt werden.

Keine rasche EU-Anpassung

Für das kommende Jahr schreibt sich der SBV insbesondere den Kampf gegen eine vorauseilende Anpassung der Preise an das EU-Niveau auf die Fahne. Weiter will er einen unnötigen Abbau des Grenzschutzes verhindern und die Initiative "Ja zu Europa" bekämpfen. Ein sofortiger EU-Beitritt sei für die Bauern nicht verkraftbar.

Zudem fordert der Verband dringend rasche Lösungen bei der Rekrutierung von Arbeitskräften. Die Öffentlichkeitsarbeit etwa mit der Kampagne "Wir bringen Leben in die Stadt" soll weiter ausgebaut werden. Das Image der Bauern habe sich in den letzten Jahren wieder verbessert, stellte SBV-Direktor Melchior Ehrler zufrieden fest.

swissinfo und Agenturen

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