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NEW YORK/BERLIN (awp international) - Der 80-jährige Medienmogul Rupert Murdoch regelt seine Nachfolge. Sein Sohn James steigt zur Nummer drei in Murdochs Medienkonzern News Corp. auf. Der 38-Jährige werde zum Vize-Verantwortlichen für das operative Geschäft und Chef der internationalen Aktivitäten berufen, teilte die News Corp. am Mittwoch mit. Dafür werde er von London nach New York ziehen.
James Murdoch arbeitet als einziger der vier erwachsenen Murdoch-Kinder im Medienimperium seines Vaters. Er gilt bereits seit einigen Jahren als wahrscheinlicher Kronprinz. Rupert Murdoch betonte allerdings immer wieder, er halte die Zügel trotz seines hohen Alters noch fest in der Hand. Nummer zwei im Konzern ist der Chase Carey, der als Chief Operating Officer für das laufende Geschäft zuständig ist. James bekommt als sein Stellvertreter vollen Einblick in alle Bereiche.
Rupert Murdoch, der als so geschäftstüchtig wie skrupellos gilt, baute aus dem kleinen australischen Zeitungsverlag seines Vaters ein Milliarden-Imperium aus. Dazu gehören das Hollywood-Studio 20th Century Fox, die Fox-Fernsehsender und - natürlich - Zeitungen wie die Londoner "Times" und das "Wall Street Journal" in den USA. In Deutschland kontrolliert die News Corp. den Bezahlsender Sky, der ihr bisher Verluste einbrachte.
James verantwortete zuletzt das News-Corp.-Geschäft in Asien und Europa, darunter auch den heftig umkämpften britischen Zeitungsmarkt, der seinem Vater seit alten Zeiten besonders am Herzen liegt. Die ersten Schritte bei der News Corp. machte James seit den 90er Jahren als Musik-Manager sowie als Chef des TV-Geschäfts in Asien. Spätestens seit der ältere Bruder Lachlan 2005 Knall auf Fall aus dem väterlichen Konzern ausschied, gilt James als wahrscheinlicher Nachfolger. Lachlan hielt damals den Job als Vize-COO, den James jetzt bekommt. Er soll im Streit mit Carey einflussreichem Vorgänger Peter Chernin das Handtuch geworfen haben.
Im Filmgeschäft sahnte die New Corp. jüngst mit dem 3D-Hit "Avatar" ab, auch die TV-Sender des Konzerns lassen die Kassen klingeln. Dem Patriarchen Murdoch wird jedoch gelegentlich vorgeworfen, im Grunde ein Zeitungsmagnat geblieben zu sein und neue Medien und das Internet nicht zu verstehen. Murdoch blätterte vor einigen Jahren zwar aufsehenerregende 580 Millionen Dollar für das damals weltgrösste Online-Netzwerk MySpace hin. Doch der Pionier des "Social Web" fiel unter der Regie von News Corp. in eine Starre, wurde vom jungen Rivalen Facebook überrundet und steht nun zum Verkauf.
Zweifelnde Stimmen gab es auch als Murdoch vor vier Jahren beschloss, für mehr als fünf Milliarden Dollar den Wirtschaftsdienst Dow Jones mit dem Flaggschiff "Wall Street Journal" zu kaufen. Seit Februar versucht die News Corp. mit der "Daily" das Medium Zeitung ins neue Medien-Zeitalter zu hieven. Die digitale Zeitung gibt es nur auf Apples iPad-Tablet, für den Kampfpreis von 99 US-Cent pro Woche. Etliche Medienbeobachter kritisieren allerdings die Inhalte der "Daily" als oft zu oberflächlich und die Bedienung der App als zu träge./so/DP/chs

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