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Niederländische Malerei in St. Gallen

Das Kunstmuseum St. Gallen bietet bis Mitte Oktober ein "Fest der Sinne" mit niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts: Die Ausstellung "Das Goldene Zeitalter" dokumentiert mit Landschaften, Stilleben und Porträts die kulturelle Blüte der Epoche.

Dieser Inhalt wurde am 19. Mai 2000 - 08:18 publiziert

Ein fast monochromes Stilleben mit Austern eines anonymen holländischen Meisters um 1630 ist das Vorzeigestück der Ausstellung: Es ziert Plakat und Katalog und steht stellvertretend für all die Werke der "kleinen", heute eher unbekannten flämischen und holländischen Meister der St. Galler Sammlung.

Im Entstehen

Die St. Galler Niederländer-Ausstellung ist zugleich der Zwischenbericht zum Stand der im Entstehen begriffenen Altmeistersammlung, die dank Schenkungen der Familie Chappuis- Sepiser und Neuerwerbungen mit Hilfe der Albert Koechlin-Stiftung möglich wurde.

Gerade weil Gemälde von Rembrandt, Frans Hals, Vermeer, Rubens und van Dyck fehlen, zeigt die Ausstellung die Breite der künstlerischen Produktion und vor allem deren hohe Qualität.

Die St. Galler Kollektion basiert auf der Grafiksammlung der Familie Gonzenbach mit niederländischer Druckgrafik. Darunter finden sich einzelne Blätter von Rembrandt und Adriaen van Ostade.

Programmbild

Die Ausstellung beginnt mit einem Programmbild der Epoche, der Kopie eines "Atelierbilds" von Thomas van Apshoven nach dem Flamen David Teniers d. J.: In dieser fiktiven Sammlung ist die Malerei in all ihren Gattungen zu sehen - Landschaften, religiöse Motive, Bauerngenre, Stilleben und die Marienkrönung von Rubens.

Die "Musizierende Gesellschaft"

Das liebste Stück von Kurator Roland Wäspe und Ausstellungsgestalter Konrad Bitterli ist Pieter Coddes "Musizierende Gesellschaft" (1639), das in diesem Jahr bei Christie's in London erworben werden konnte. Lange war das Bild den St. Galler Kuratoren viel zu teuer; jetzt war der Preis gesunken.

Die musizierende Gesellschaft in üppigen Gewändern an einem mit orientalischem Teppich gedeckten Tisch in einem kahlen Raum ist keine wirklichkeitsgetreue Abbildung.

Das Motiv geht zurück auf allegorische Darstellungen der fünf Sinne. Die Musikinstrumente illustrieren das Gehör. In den Anflügen von Lasterhaftigkeit auf diesem doppelbödigen Bild sind die Warnung vor Verführung und der Aufruf zu Mässigung und Sittsamkeit enthalten.

Symbole

Auch die Landschaften sind mehr als realistischer Selbstzweck, sie sind aufgeladen mit ikonografischen Inhalten. Diese visuelle Sprache reicht ins Mittelalter zurück.

Der Fluss ist ein Sinnbild des Lebens, die Brücke ein Christussymbol. Ein Weg, der nicht weiterführt, verkörpert die Verführung durch weltliche Vergnügungen. Die Bilder müssen gelesen werden - dann erzählen sie weit mehr als sie einem ersten Blick preisgeben.

Die Ausstellung "Das Goldene Zeitalter" ist bis zum 15. Oktober im Kunstmuseum St. Gallen zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10.00 bis 12.00 und 14.00 bis 17.00 Uhr. Sonntag 10.00 bis 17.00, Auffahrt, Pfingstsonntag und Pfingstmontag 10.00 bis 17.00 Uhr.

swissinfo und Agenturen

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