Nortel: Über die Hälfte Schweizer Stellen weg

Schwere Zeiten für die Angestellten des Nortel-Halbleiterwerks in Zürich. Keystone

Die kanadische Nortel Networks Corp. baut in ihrem Halbleiter-Werk in Zürich über 225 der rund 400 Arbeitsplätze ab. Grund für den drastischen Schnitt ist die weltweite Flaute im Halbleiter-Markt, wie ein Firmen-Sprecher sagte. Der weltweite Einbruch habe zu Über-Kapazitäten geführt.

Dieser Inhalt wurde am 02. August 2001 - 12:05 publiziert

Das Werk solle innerhalb der nächsten sechs Monate nur noch eine Belegschaft von 175 Mitarbeitern haben, bestätigte der Sprecher am Donnerstag (02.08.). Es werde sicher auch zu Kündigungen kommen. Es seien Stellen auf allen Stufen gestrichen worden.

Betroffen seien auch hochqualifizierte Angestellte wie Elektro-Techniker und Physiker. Für die Betroffenen liege ein Sozialplan vor. Nortel hatte im vergangenen Februar das Werk im Zürcher Binz-Industriequartier vom US-Unternehmen JDS Uniphase für über 4 Mrd. Franken gekauft und die Angestellten übernommen.

Das Nortel-Management habe den Weg des geringsten Widerstands gewählt, meint Josef Schälli, Regionalsekretär der Gewerkschaft syna Zürich. Der Stellenabbau zeuge von einer kurzsichtigen Strategie.

Im Werk werden optische Laserpumpen-Chips hergestellt, einer wichtigen Komponente im Spektrum von 960 Nanometer. Das sind Halbleiter, welche eine Daten-Übermittlung in Licht-Geschwindigkeit erlauben. Das Zürcher Werk deckt rund 40% des Weltmarktes in dieser Sparte ab.

Nortel, der weltgrösste Hersteller von Glasfaser-Ausrüstungen für die Telekom-Branche, hat im zweiten Quartal 2001 auf Grund des Einbruchs des Telekommunikations-Marktes und wegen beispielloser Sonder-Belastungen einen Riesen-Verlust von 19,4 Mrd. Dollar erlitten.

Bereits früher in diesem Jahr hatte das Unternehmen einen weltweiten Arbeitsplatz-Abbau von 30'000 Stellen angekündigt. Ende Juli seien rund 23'000 Stellen gestrichen gewesen, die übrigen 7'000 sollten in den folgenden acht Wochen folgen.

swissinfo und Agenturen

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