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NEW YORK (awp international) - Die Citigroup gerät schwer unter Beschuss. Norwegen fühlt sich von der US-Grossbank getäuscht und verlangt für Verluste aus Geldanlagen mehr als 835 Millionen US-Dollar (619 Mio Euro) Schadenersatz. Die norwegische Zentralbank, die die Einnahmen aus den reichen Öl- und Gasvorkommen des Landes verwaltet, reichte Klage vor dem Bezirksgericht von Manhattan ein.
Norwegen hatte seit Anfang 2007 in grossem Stil Aktien und Anleihen der Citigroup gekauft. In der Finanzkrise verloren die Papiere massiv an Wert. In der bereits am 17. September eingereichten, aber erst am Freitag öffentlich gewordenen Klage wirft die Zentralbank dem Wall-Street-Haus vor, durch falsche Aussagen und zurückgehaltene Informationen den desolaten Zustand der Citigroup verschleiert zu haben.
"Als der Markt langsam die Wahrheit über Citis finanzielle Lage erfuhr, ging Citi beinahe pleite, und der Kläger verlor einen beträchtlichen Teil seiner Investitionen", heisst es in der 221 Seiten umfassenden Klage. Die US-Regierung musste die Citigroup mit 45 Milliarden Dollar stützen und ist noch immer an ihr beteiligt. Die Bank hatte sich wie so viele andere am US-Häusermarkt verzockt.
Norwegen steht mit seiner Kritik an der Informationspolitik der Citigroup nicht alleine da. Die US-Börsenaufsicht SEC verhängte schon im Juli eine Strafe von 75 Millionen Dollar gegen die Bank, weil sie es als erwiesen ansah, dass die Citigroup ihr Engagement in die hochriskanten zweitklassigen Hypothekenpapiere bewusst schöngeredet hat, um bei den Anlegern besser dazustehen.
Um den öffentlichen Druck von der Bank zu nehmen, arbeitet Citigroup-Chef Vikram Pandit derzeit für ein Jahresgehalt von 1 Dollar. Langsam erholt sich das Haus aber und hat zuletzt satte Gewinne geschrieben. Ab dem kommenden Jahr darf sich Pandit deshalb auf ein normales Gehalt freuen. Verwaltungsratschef Richard Parsons zeigte sich am Freitag zufrieden mit den Fortschritten./das/DP/stw

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