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Novartis in den USA der Frauen-Diskriminierung für schuldig befunden

Dieser Inhalt wurde am 18. Mai 2010 - 06:32 publiziert

New York (awp/sda) - Novartis hat laut einem Gerichtsurteil Frauen bewusst diskriminiert und muss deshalb Wiedergutmachung leisten. Die Geschworenen im New Yorker Bundesbezirksgericht befanden die US-Tochter des Schweizer Pharmakonzerns am Montag in drei Anklagepunkten für schuldig.
Laut dem Urteil soll Novartis Frauen bei Beförderungen übergangen haben. Weiter soll das Pharmaunternehmen für gleiche Arbeit nicht den gleichen Lohn ausbezahlt und Schwangere benachteiligt haben.
Der seit fünf Wochen laufende Fall ist die grösste Klage wegen Diskriminierung gegen Frauen in den USA. Den zwölf Beschwerde führenden Frauen sprach die Jury Schadenersatzzahlungen zwischen 50'000 und einer halben Million Dollar zu. Insgesamt muss Novartis Wiedergutmachungszahlungen von 3,36 Mio. Dollar leisten.
Der Klasse der Opfer in der vor acht Jahren aufgenommenen Klage können alle 5'600 Novartis-Mitarbeiterinnen beitreten, die zwischen 2002 und 2007 beim Unternehmen Anstellung gefunden haben.
Richterin Colleen McMahon wird über die Höhe der Wiedergutmachungszahlungen an weitere Mitglieder der klagenden Klasse zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.
Die Richterin kann dem Pharmakonzern zudem befehlen, Massnahmen zu ergreifen, um gegen Diskriminierung vorzubeugen.
Zusätzlich entschied die Jury, Novartis mit Strafzahlungen zu belegen. Über die Höhe dieser Busse verhandelt das Gericht am Dienstag. Sie wird über einen Prozentsatz des Marktwertes der US-Tochter errechnet, der mit 9,5 Mrd USD beziffert wird.
Das Urteil sende die deutliche Nachricht, dass Gleichstellung der Frau nicht nur auf Papier festgehalten werden könne, sondern im Betriebsalltag auch umgesetzt werden müsse, sagte David Sanford, einer der Hauptanwälte der Klägerinnen.
Der Entscheid sei der erste Schritt auf dem Weg zu Verbesserungen, die bei Novartis schon lange nötig seien, sagte Sanford. Gleichzeitig seien alle Unternehmen in den USA gewarnt, dass unfaire Behandlung von Frauen am Arbeitsplatz nicht mehr toleriert werde.
Sanfords Partner Steven Wittels sagte der Nachrichtenagentur SDA, die Geschworenen machten mit ihrem Urteil deutlich, dass Novartis die Betriebskultur ändern müsse. Die Tage des Klubs der Männer, die bei Novartis das Sagen hätten, seien gezählt.
Auch der Novartis-Verwaltungsrat in der Schweiz müsse dem Urteil Beachtung schenken, sagte Wittels. Was in Basel durchgehen möge, werde in New York nicht toleriert, sagte der Anwalt.
Novartis zeigte sich enttäuscht über den Entscheid der Jury. Eine Sprecherin kündigte in einem Statement an, Novartis werde das Urteil anfechten.
gab/uh

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