Novartis reorganisiert Pharmasektor

Novartis will dem Pharmasektor durch Aufgliederung in kleinere Geschäftseinheiten zu mehr Schlagkraft verhelfen. Neuer starker Mann neben Konzernchef Daniel Vasella wird Thomas Ebeling: Der Deutsche löst als neuer Pharmachef Jerry Karabelas ab.

Dieser Inhalt wurde am 10. Juli 2000 - 11:44 publiziert

Aufgeteilt wird der Pharmasektor per 1. September in die drei Geschäftseinheiten "Allgemeinmedizin", "Spezialistenprodukte" sowie "Mature Products", wie der Basler Konzern am Montag (10.07.) bekannt gab. Die Business Units werden mit mehr Eigenverantwortung von Forschung bis Vermarktung ausgestattet. Novartis erhofft sich davon nicht zuletzt ein beschleunigtes Umsatzwachstum.

Die neue Organisationsstruktur für den Pharmasektor trage dem Wunsch Rechnung, "innerhalb der Grösse kleiner zu werden" sagte Konzernchef Daniel Vasella gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Ohne von die Fusion von Sandoz und Ciba wäre die Fokussierung nach seinen Angaben nicht möglich gewesen, weil die einzelnen Einheiten zu klein gewesen wären.

Konzern litt an Schwerfälligkeit

Vasella macht kein Hehl daraus, dass der Konzern mit weltweit 82 000 Beschäftigten mitunter an Schwerfälligkeit litt. Kleinere Geschäftseinheiten mit mehr Autonomie und Verantwortung sollen nun schnellere Entscheide ermöglichen und zugleich das Identitätsgefühl der Belegschaft im Sinne von "Ownership" steigern. Novartis will so auch für Spitzenkräfte wieder attraktiver werden.

Drei Geschäftseinheiten

Mit der Neuorganisation des Pharmasektors will sich Novartis verstärkt auf die Bedürnisse spezifischer Kundengruppen ausrichten. Die Geschäftseinheit "Allgemeinmedizin" soll sich vorrangig mit der Einführung neuer potenzieller Blockbuster-Marken befassen und eine innovative Pipeline sicherstellen.

Die Einheit "Spezialistenprodukte" wird in die Bereiche Onkologie, Transplantation und Augenheilmittel aufgeteilt, wobei letztere von CIBA Vision transferiert wird. Der Onkologie-Bereich wird künftig von den USA aus geführt. CIBA Vision wird sich auf den Bereich Sehkorrekturen konzentrieren. Die Einheit "Mature Products" schliesslich wird sich mit älteren Produkten befassen. Gesucht wird nach Wegen, deren Umsatzpotenzial zu steigern und den Lebenszyklus bestmöglich auszuschöpfen.

Thomas Ebeling neuer Pharmachef

Unterstellt werden die Leiter der neuen Business Units dem neuen weltweiten Pharmachef Thomas Ebeling, der 1997 zu Novartis stiess. Der 41-jährige studierte Psychologe war zunächst Chef der Division Ernährung, übernahm 1998 die Leitung der Division Consumer Health und wurde Ende 1999 Chief Operating Officer für das Pharmageschäft.

Dieses verbuchte im letzten Jahr als wichtigster Bereich von Novartis einen Umsatz von 15,6 Mrd. Franken. Der Konzernumsatz betrug 32,5 Mrd. Franken.

Ebeling übernimmt per 1. September den Job von Jerry Karabelas, der - ebenfalls 1997 - aus den USA als Pharmachef nach Basel geholt worden war. Karabelas verlasse seinen Posten auf eigenen Wunsch, weil er sich verstärkt mit Forschung befassen wolle, sagte Daniel Vasella. Karabelas bleibt jedoch bei Novartis und wird Präsident des mit 50 Mio. Dollar dotierten neuen Novartis BioVenture Fund, der auf den 1. September ins Leben gerufen werden soll. Über den Fund will sich Novartis besseren Zugang zu externer Forschung verschaffen. Dafür brauche es jemanden wie Karabelas, der das Geschäft verstehe und über den wissenschaftlichen Hintergrund verfüge, so Vasella.

Eine weitere Änderung im Management betrifft Novartis Schweiz: Deren Leiter Hans Kindler, zugleich Leiter von Group Technology, geht Ende August in Pension. Die Verantwortung für die Auslagerung von Novartis Services wird er jedoch weiterhin wahrnehmen. Neuer Chef von Novartis Schweiz wird Heinz Boller.

swissinfo und Agenturen

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