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Novartis streicht weltweit 2500 Stellen

Künftig einfachere Strukturen bei Novartis.

Novartis will 2500 seiner weltweit rund 100'000 Arbeitsplätze streichen. In der Schweiz trifft es 500 Stellen.

Der Basler Pharmakonzern will mit dem Programm Kosten einsparen, konkurrenzfähiger werden und seine Strukturen vereinfachen.

Bei Novartis muss wegen der Probleme in der Pharmasparte nun auch das Personal bluten. Der von Daniel Vasella geführte Konzern streicht die Stellen vor allem in der Verwaltung.

In der Schweiz zählt Novartis zurzeit noch 12'000 Arbeitsplätze.

Novartis erwartet aus dem Restrukturierungsprogramm "Forward" im Jahr 2010 Kosteneinsparungen von rund 1,8 Mrd. Franken (1,6 Mrd. Dollar) vor Steuern. Auf der anderen Seite fällt im laufenden vierten Quartal 2007 ein Restrukturierungsaufwand von rund 450 Mio. Dollar an.

Insgesamt haben die Basler nun drei Kostensenkungsprogramme am laufen, die Einsparungen von total 2,8 Mrd. Dollar vorsehen. Zu der bisherigen Prognose von Rekordwerten für 2007 bei Betriebs- und Reingewinn wollte sich der Konzern nicht äussern.

Fluktuationen, Entlassungen und Pensionierungen

Ein grosser Teil des Stellenabbaus soll durch normale Fluktuation erfolgen. "Forward" werde auch in der Schweiz zu Entlassungen und Frühpensionierungen führen.

Novartis habe mit den Arbeitnehmervertretern Gespräche über einen Sozialplan begonnen.

Ziele des Sparprogramms sind eine einfachere Organisationsstruktur, beschleunigte und dezentralisierte Entscheidungsprozesse, neu gestaltete Arbeitsabläufe und gesteigerte Produktivität.

Wachstumsphase vorbereiten

Mit "Forward" wolle sich der Konzern auf die neue Wachstumsphase der Pharmadivision vorbereiten, "die in der zweiten Jahreshälfte 2008 einsetzen dürfte".

Im Oktober hatte Novartis den Chef der Pharma-Division wegen ungenügender Ergebnisse und enttäuschender Aussichten in der Medikamentenentwicklung ausgewechselt:

Thomas Ebeling übernahm die Leitung der vier Mal kleineren Divison Consumer Health. Deren Chef, der 47-jährige Amerikaner Joe Jimenez wurde im Gegenzug Pharmachef.

Für die USA hatte Novartis bereits damals angekündigt, dass 1260 Stellen wegfallen.

Auch die weltweit grössten Pharmakonzerne Pfizer und GlaxoSmithKline haben Restrukturierungen laufen.

Aktie gewinnt

Die Börse begrüsste die geplante Effizienzsteigerung: Die Novartis-Aktie eröffnete in einem allgemein schwächeren Markt zwar ebenfalls 0,7% schwächer, drehte dann aber schnell deutlich ins Plus. Um 10 Uhr notierte der Titel 1,6% fester auf 65,05 Franken.

Die Aktie hat den Anlegern in diesem Jahr aber wenig Freude bereitet.

Gewerkschaften verurteilen

Die Gewerkschaft Syna hat am Donnerstag die rücksichtslose Vorwärtsstrategie von Novartis verurteilt. Das Restrukturierungsprogramm bestätige Syna in ihrer Auffassung, dass die Ausweitung des Gesamtarbeitsvertrages und des damit verbundenen Schutzes auf alle Arbeitnehmenden nötiger denn je sei.

Novartis wurde aufgefordert, die Mitwirkungsrechte von Arbeitnehmenden und Gewerkschaften zu respektieren, auf Entlassungen zu verzichten und, falls trotzdem nötig, einen Sozialplan auszuhandeln, der seinen Namen verdiene.

Die "Vorwärtsstrategie" könne nicht einfach darin bestehenden, Leute zu entlassen und deren Arbeit auf die verbleibenden Mitarbeitenden zu verteilen.

Basler Regierung bedauert

Die Kantonsregierung nehme "mit grossem Bedauern" vom Abbau von mehreren hundert Stellen Kenntnis. Sie erwartet "einen sehr guten Sozialplan".

Mit dem Sozialplan solle der Konzern Betroffenen intern andere Stellen anbieten und dazu Qualifikationsmöglichkeiten schaffen. Sie fordert überdies Vermittlungshilfe und Frühpensionierungen - sowie rasche Klarheit.

swissinfo und Agenturen

Novartis

Novartis ging 1996 aus der Fusion von Sandoz und Ciba-Geigy hervor und ist Weltmarktführer in den Bereichen Medikamente und Gesundheitsvorsorge.

Das grösste Schweizer Unternehmen im Bereich Gesundheit beschäftigt 100'000 Angestellte in 140 Ländern, darunter 12'000 in der Schweiz.

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Schwierige Monate

"Kassenschlager verzweifelt gesucht" könnte man das Dilemma der Pharmabranche zusammenfassen:

Neben den eigenen Nachschubproblemen macht die restriktive Politik der US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) der Branche zu schaffen (Zulassungsgenehmigungen für Medikamente).

"Die grossen Herausforderungen liegen in den steigenden Anforderungen der FDA und dem fehlenden Produktnachschub", sagt Markus Manns, promovierter Mediziner und Fondsmanager bei Union Investment.

In seiner Division Pharma hatte Novartis in den vergangenen Monaten diverse Probleme: Neben der Zulassungsgenehmigung auch steigende Forschungskosten, Konkurrenz durch Generika und Druck auf die Preise.

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