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Novartis wehrt sich gegen Diskriminierungs-Vorwürfe

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2010 - 06:40 publiziert

New York (awp/sda) - Im Prozess gegen den Pharmamulti Novartis AG in New York präsentieren die Anwälte des Pharmakonzerns seit Dienstag ihre Verteidigung. Das Unternehmen muss zeigen, dass es Frauen nicht systematisch diskriminiert.
Seit Einreichung der Klage 2004 wehrt sich der Konzern gegen alle Anschuldigungen. Die Anwälte von Novartis weisen in New York wiederholt auf die Nulltoleranz-Weisungen hin, die der Betreib auch online veröffentlicht.
Einer der Anwälte von Novartis, Richard Schnadig, rief am Dienstagnachmittag einen Exekutiv-Direktor des US-Ablegers des Schweizer Konzerns in den Zeugenstand. Er sollte darlegen, dass Novartis Beförderungen nicht nach Geschlecht oder Gefälligkeiten vergibt, sondern nach den Leistungen und Verkaufszahlen, die ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin bringen.
Dem Anwalt der Klägerinnen, Steve Wittels, gelang es im Kreuzverhör aber zu zeigen, dass der Direktor zumindest eine Klägerin trotz besten Verkaufszahlen und Auszeichnungen nicht befördern wollte, unter anderem weil sie beim Bewerbungsgespräch anmassend aufgetreten sei. Er gab männlichen Mitarbeitern den Vorzug.
Über zwei Wochen lang hat die Anklage 14 Zeuginnen gerufen, die den zehn Geschworenen in New York erzählten, wie sie bei Beförderungen übergangen, schlechter als männliche Kollegen bezahlt, oder sexuell belästigt wurden.
Doch muss die Anklage beweisen, dass es sich bei solchen Fällen der Diskriminierung oder Belästigung von Frauen nicht um einzelne fehlbare Individuen handelte, sondern dies bewusst auf der Chefetage in Kauf genommen wurde.
Bereits vergangenen Donnerstag hatte der Konzern die Chance, die Anschuldigungen der Klägerinnen zu entkräften, als die Anklage als Zeugin eine ehemalige Novartis-Managerin rief, die einen Mitarbeiter erst nach wiederholten Verstössen entliess.
Die Frau war aber auch die Mitbegründerin des Novartis-Vereins "Frauen in Führungspositionen" und eine der Hauptzeuginnen der Verteidigung. Zweck des Vereins sei es gewesen, Frauen dazu zu ermuntern, bei Novartis die Karriereleiter zu erklimmen, sagte die unterdessen pensionierte Managerin.
Frauenfeindliche Männer gebe es leider in jedem Betrieb, gab die Frau vor Gericht zu Buche. Mit der Geschäftspolitik von Novartis hätten sie aber nichts zu tun.
Zwei Wochen hat Novartis nun Zeit, Zeugen zur Verteidigung zu rufen. Nach den abschliessenden Argumenten beider Seiten wird eine zehnköpfige Jury voraussichtlich gegen Ende Mai eine Entscheidung fällen.
uh

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