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Obama beflügelt die Welt - und die Schweizer Presse

Obama in aller Munde und auf allen Titelseiten.

(swissinfo.ch)

Die Begeisterung über die Wahl von Barack Obama zum ersten farbigen Präsidenten der USA ist weltweit riesig. Diese Freude über das "neue Amerika" schlägt sich auch in den Kommentaren der Schweizer Zeitungen nieder. Das Wort "historisch" sei für einmal angebracht.

"Die Wahl Barack Obamas zum 44. Präsidenten der USA hat historische Dimensionen. Der amerikanische Traum ist endlich farbenblind. Das ist nicht nur ein epochaler Schritt hin zur Vollendung der Rassengleichheit, es ist auch ein fundamentaler Fortschritt für die Demokratie und das Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen weltweit", heisst es auf der Titelseite des Zürcher Tagesanzeigers.

Während L'Express aus Neuenburg von der Farbe der Hoffnung (La couleur de l'espoir) spricht, titelt der Berner Bund mit "Amerikas grosser Schritt".

Die Medien würden gerne zum Begriff "historisch" greifen, um ausserordentliche Ereignisse zu beschreiben, nicht immer mit Recht, so der Bund weiter. Doch bei der diesjährigen Präsidentenwahl "darf man ruhig von einem Meilenstein" sprechen.

"Hope" und "Change" könnten Schlagworte sein, oder ein Programm für das mächtigste Amt der Welt – je nachdem, wer sie spreche, so die Aargauer Zeitung. "Obama hat mit seinem Talent und Charisma, seiner Disziplin und seiner Intelligenz Historisches geleistet. Er leitete ein neues Kapitel in der Frage des Verhältnisses der Rassen in den USA ein und beendete die Politik der Angst." Und doch, so das Blatt weiter, seien das nur kleine Errungenschaften, verglichen mit dem, was ihn nun erwarte.

Hoffnungen und Erwartungen

Die geweckten Hoffnungen, auch wenn Obama zu hohe Erwartungen an ihn bereits in seinem langen Wahlkampf gedämpft hatte, sind enorm. Obamas Spielraum werde eng sein, schreibt die Basler Zeitung. "Er tritt ein schlimmes Erbe an, in seinen eigenen Stichworten: 'zwei Kriege, ein Planet in Gefahr, die schwerste Finanzkrise in einem Jahrhundert'. Dass er bereits vor Rückschlägen warnt, zeugt von staatsmännischer Statur."

Auch die Berner Zeitung warnt vor zu grossen Erwartungen an den frisch gekürten Präsidenten, der in dieser Zeit weltweiter Rezessionsängste um sein Amt nicht zu beneiden sei: "Obama kann keine Wunder vollbringen. Er ist zwar ein Hoffnungsträger und eine Integrationsfigur, aber kein Heilsbringer."

Die Wahl des jungen Senators aus Illinois zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt sei auch für die internationale Gemeinschaft ein "grosser Tag", der immense Hoffnungen auslöse, heisst es im St. Galler Tagblatt.

"Aber Barack Obama steht vor leeren Kassen und riesigen Schulden. Und die Taliban werden gewiss nicht in Ehrfurcht vor ihm erstarren. Für Reformen wird Obama stärksten Willen und unbändige Kraft einsetzen müssen. Er verfügt über beides."

Schwarz und weiss

Unter dem Titel "Eine neue Ära in Amerika" nimmt die Neue Zürcher Zeitung das Thema der Beziehungen zwischen den verschiedenen Rassen in den USA auf. Bemerkenswert sei, dass die Rassenspannungen im Wahlkampf eine geringe Rolle gespielt hätten.

"Viele Weisse haben Obama mit Zuversicht die Stimme gegeben, weil er seine Hautfarbe nicht zum politischen Programm erhob und auf den anklägerischen Ton traditioneller schwarzer Politiker verzichtete", so die NZZ

Als "beispiellose Welle von Emotionen" bezeichnet der Genfer Le Temps den Wahlsieg des ersten farbigen Präsidenten Amerikas. Die Tränen, die bei den schwarzen Anhängern Obamas geflossen seien, "verkörpern das Leiden, die Erniedrigungen, Kämpfe und Wut, welche die Menschen, die gleicher Hauptfarbe wie der neue Präsident sind, über Jahrhunderte hinweg erdulden mussten."

Mit dem überwältigenden Mandat für Obama würden die USA 40 Jahre nach Martin Luther Kings "I-have-a-Dream-Rede" der Verwirklichung des Traums eines gleichberechtigten Miteinanders aller Bürger einen Riesenschritt näher kommen, kommentiert die Südostschweiz .

"Dieser Wechsel bedeutet gesellschaftlich und kulturell einen Umbruch. Getragen von einer jungen Generation von Amerikanern, die den bitteren Kulturkämpfen der Bush-Clinton-Jahre ein optimistisches 'Yes We Can' entgegensetzen."

swissinfo, Gaby Ochsenbein

Barack H. Obama

Barack Obama, 1961 in Honolulu auf Hawaii geboren, ist Jurist. Seit 2004 ist er Senator für Illinois.

Er ist der erste afroamerikanische Präsident in der Geschichte der USA.

Am 10. Februar 2007 verkündete er vor 18'000 Zuhörern in Springfield (Illinois) seine Präsidentschaftskandidatur.

In den Vorwahlen gewann Obama gegen seine Hauptkonkurrentin Hillary Clinton in 29 der 50 US-Bundesstaaten.

Am 3. Juni 2008 erreichte Obama die notwendige Zahl von Delegiertenstimmen, um sich eine Mehrheit für die Nominierung zum Präsidentschafts-Kandidaten seiner Partei zu sichern.

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Ansturm auf Zeitungen

Die historische Wahl Barack Obamas zum Präsidenten hat vielen US-Zeitungen Traumauflagen beschert. Innerhalb weniger Stunden seien die Ausgaben vergriffen gewesen, berichtete das US-Magazin "Editor & Publisher".

Die "Washington Post" legte darum zusätzlich eine 26-seitige Sonderausgabe von 150'000 Exemplaren auf. Die "New York Times" druckte 50'000 weitere Exemplare nach, die "Los Angeles Times" 30'000 und die "Chicago Tribune" verkaufte am Nachmittag sogar 200'000 zusätzliche Ausgaben.

Einige Zeitungen widmeten ihre gesamte Titelseite einem einzigen Foto von Obama. Der "San Francisco Chronicle" setzte in riesigen Lettern den Namen des Wahlsiegers darüber und ein Zitat aus seiner Rede in Chicago: "Change has come to America". Die Zeitung "USA Today" titelte: "America makes history".

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(swissinfo.ch)


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