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OC Oerlikon 9 Mte: Umsatz schrumpft um 39% - Erholungstendenzen sichtbar (AF)

Dieser Inhalt wurde am 22. Oktober 2009 - 13:20 publiziert

Pfäffikon (awp) - Die in finanzielle Schieflage geratene OC Oerlikon Corporation macht erste Erholungstendenzen aus. Zwar brach der Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres ein, doch sieht die Führung des vom russischen Investor Viktor Vekselberg kontrollierten Konzerns erste Signale einer Erholung. Der Industriekonzern geht davon aus, die gegenwärtig schwierige Finanzsituation im Griff zu haben und die geforderten Kreditbedingungen der Banken zu erfüllen. Bis zum Jahresende soll nun ein Gesamtpaket zur Sanierung des Konzerns vorgelegt werden. Analysten gaben sich reserviert, doch die Anleger reagierten mit Kaufaufträgen auf die jüngsten Unternehmensaussagen.
In den ersten neun Monaten 2009 litt das bis vor Kurzem noch zu den grössten 30 Titeln des Schweizer Aktienmarkts zählende Industriekonglomerat weiterhin unter der konjunkturellen Abschwächung und verbuchte einen Umsatzrückgang von 39% auf 2'167. Der Bestellungseingang sank um 35% auf 2'290, wie der Konzern am Donnerstag miteilte.
Für das dritte Quartal allein macht das Unternehmen jedoch in den meisten Segmenten eine Stabilisierung der Volumina aus. Zwar gingen für die ersten neun Monate 2009 Bestellungseingang, -bestand und Umsatz des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erheblich zurück. Ein direkter Quartalsvergleich von 3. zum 2. Quartal zeige jedoch auf Segmentstufe erste Erholungstendenzen.
Vor allem die stark angeschlagene Sparte Textile habe in dieser Betrachtung beachtliche Zuwächse ausgewiesen. Ebenso legten Coating, Vacuum und Advanced Technologies im Vergleich zum Vorquartal zu. "Das Geschäftsklima beginnt sich aufzuhellen", sagte CEO Hans Ziegler. Dennoch komme der Entschuldung des Konzerns, der Stärkung der Bilanz sowie der Umsetzung der beschlossenen Restrukturierungsmassnahmen höchste Priorität zu.
KAPITALERHÖHUNG UND DEVESTITION IM PAKET
Nach wie vor ist bei Oerlikon die Schuldenlast das zentrale Thema. "Wir liegen im Rahmen der Covenants-Bandbreite im dritten Quartal", beruhigte CFO Jürg Fedier. "Die Nettoverschuldung konnte im Zuge positiven Cash-Flows reduziert werden", so der Finanzchef.
Die erste Tranche eines Kredits muss Ende des ersten Quartals 2010 bedient werden. Oerlikon erwägt daher weiterhin den Verkauf von Unternehmensteilen. "Wir suchen nun nach Lösungen, um nachhaltig überleben zu können", sagte CEO Hans Ziegler. Teil der angestrebten Lösungen könnte auch eine Kapitalerhöhung sein.
"Eine Kapitalerhöhung muss einen Mehrwert bringen - isoliert bringt das nichts." Eine Devestition ohne Kapitalerhöhung wäre demnach nicht nachhaltig, so Finanzchef Fedier. Der CEO will nun bis Jahresende eine Gesamtlösung präsentieren.
GESCHÄFTSKLIMA HELLT SICH AUF
Für das vierte Quartal erwartet Oerlikon in den meisten Segmenten leicht steigende Volumina im Vergleich zum Durchschnitt der ersten drei Quartale 2009. Das Management geht davon aus, dass Textile das Volumen gegenüber dem Durchschnitt der ersten drei Quartale deutlich steigert und Coating, Vacuum und Advanced Technologies moderate Zuwächse ausweisen werden. Für Solar und Drive Systems sei dagegen mit rückläufigen Tendenzen zu rechnen.
Oerlikon strebt 2010 die Rückkehr in eine "operative Profitabilität" an. Ziegler räumte jedoch ein, dass es sich dabei um die "EBIT-Zone ohne Restrukturierungskosten" handele. "Es gibt noch viele negative Szenarien durch die wir noch durch müssen", so der Konzernchef.
Die Anleger reagierten positiv und gaben kräftig Kaufaufträge. Die Analysten hielten sich in den Kommentaren mit eindeutigen Bewertungen zurück und zeigten sich eher pragmatisch. "Jedenfalls platzte keine neuerliche Umsatz- und Auftragsbombe, was bei Oerlikon schon ein grosser Fortschritt ist", kommentieren die Experten von der Privatbank Wegelin. Die Titel stiegen bis gegen Mittag um mehr als 4%, während sich der Gesamtmarkt (SPI) etwas schwächer zeigte.
ps/ra

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