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OECD: Export zieht Deutschland aus der Krise (AF)

Dieser Inhalt wurde am 19. November 2009 - 11:30 publiziert

BERLIN (awp international) - Deutschland kommt dank der wiedererstarkten Exportindustrie und der staatlichen Konjunkturpakete besser als viele EU-Partner durch die Krise. Im kommenden Jahr werde mit einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 1,5 Prozent gerechnet, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag mit. Im Juli hatte die OECD noch ein ganz kleines Plus von 0,2 Prozent erwartet.
Im laufenden Jahr wird mit einem Einbruch um 4,9 Prozent beim BIP kalkuliert. "Das Schlimmste liegt hinter uns. Wir erleben in Deutschland jetzt einen klassischen exportgetriebenen Aufschwung", sagte OECD-Experte Felix Hüfner.
2011 könne Europas grösste Volkswirtschaft sogar um knapp 2 Prozent zulegen. Die Länder der Euro-Zone wachsen nicht so stark. Hier rechnet die OECD für 2010 mit einem Plus von 0,9 Prozent und für 2011 von 1,7 Prozent.
Den Preis der Finanz- und Wirtschaftskrise müssen viele deutsche Arbeitnehmer bezahlen. 2011 werden nach OECD-Angaben im Jahresdurchschnitt etwa 4,3 Millionen Menschen ohne Job sein. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,7 Prozent. Im Oktober gab es bundesweit rund 3,23 Millionen Arbeitslose (Quote: 7,7 Prozent). "Ohne die Kurzarbeit hätten wir 500.000 mehr gehabt", sagte Arbeitsmarktexpertin Isabell Koske.
Wegen sinkender Steuereinnahmen und höherer Sozialausgaben werden die Spielräume für die Regierung immer enger. Für 2010 rechnet die OECD mit einem Defizit von 5,3 Prozent des BIP. Auch 2011 werde Deutschland mit einem Minus von 4,6 Prozent die EU-Defizitgrenze verletzen.
Die OECD appelliert an die schwarz-gelbe Regierungskoalition, den Schuldenabbau nicht aus dem Blick zu verlieren. "Die neue Schuldenbremse wird in Europa als Stabilitätsanker wahrgenommen. Deutschland hat da eine enorme Vorbildfunktion", sagte Ökonom Andreas Wörgötter. Auch müsse es mittelfristig einen vernünftigen Rückzug aus den riesigen Hilfsprogrammen der Staaten und Notenbanken für die Finanzmärkte geben.
Zur OECD mit Hauptsitz in Paris gehören weltweit 30 Länder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen./tb/DP/bf

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