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OECD: Gute Noten für Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit, aber...

Freiwilligeneinsatz in einer bolivianischen Schule. OECD-Experten untersuchten Projekte der Schweiz u.a. in Bolivien. Keystone

...die öffentliche Schweizer Entwicklungshilfe soll rasch auf 0,4 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) erhöht werden. Stärken sind der OECD zufolge die Ausrichtung auf die ärmsten Länder und der Einbezug der lokalen Bevölkerung.

Dieser Inhalt wurde am 18. Oktober 2000 - 15:37 publiziert

Dies sind zentrale Aussagen des OECD-Entwicklungsausschusses (DAC), der die internationale Zusammenarbeit der Schweiz überprüft hat.

Günstige Situation nutzen

Der Ausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) empfiehlt der Schweiz, die gegenwärtige günstige wirtschaftliche und finanzielle Situation zu nutzen, um im Finanzierungs-Bereich ihr selbsterklärtes Ziel so rasch wie möglich zu erreichen: die öffentliche Entwicklungshilfe auf 0,4 Prozent des BIP zu heben. Im letzten Jahr lag sie bei 0,35 Prozent.

Im weiteren empfehlen die Experten der Schweiz bei ihren Projekten eine bessere geografische Konzentration: eine Verästelung verringert die Wirksamkeit. Auch empfiehlt der Ausschuss den gezielteren Einsatz der Hilfe auf die Armutsbekämpfung. Zudem sollte die Schweiz ihre Evaluations-Methoden überarbeiten. Diese seien nicht unabhängig genug, kritisiert der Entwicklungsausschuss der OECD.

Die Schweiz arbeite vor allem mit Projekten und Programmen, stellten die DAC-Experten fest. Sie richte sich zu wenig auf den sektorweiten Ansatz aus, die Arbeit auf den verschiedenen Ebenen des Sektors Gesundheit oder Bildung beispielsweise.

Die Schweizer unterstrichen ihrerseits, die Kontinuität der Programme sei im Interesse der Nachhaltigkeit sehr wichtig.

Stärken der Schweizer Hilfe

Auf positiver Seite führen die Experten vor allem die effektive Ausrichtung auf die ärmsten Länder auf. 37 Prozent der bilateralen Hilfe gehe an die ärmsten Länder, was klar über dem Schnitt der anderen DAC-Mitgliedstaaten (25 Prozent) liege.

Positiv hervorgehoben wurde auch die lokale Beteiligung - Behörden und Zivilgesellschaft - bei der Programmausarbeitung. Zudem messe die Schweiz der Frage der Kohärenz grosse Bedeutung bei (Stichwort politische Konditionalität).

Die Zusammenarbeit zwischen der DEZA und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) wurde nach Ansicht der Experten seit der letzten Überprüfung von 1995 viel besser. Noch fehle aber eine gemeinsame Strategie.

Projektbesuche und Gespräche

Experten aus Frankreich und den Niederlanden hatten im Auftrag des DAC die Schweizer Entwicklungshilfe überprüft. Dazu waren sie nach Bolivien und Tansania gereist, um sich direkt einen Einblick in die Schweizer Projekte zu verschaffen. Im Mai führten die Experten in der Schweiz Gespräche mit der DEZA, dem seco und privaten Partnerorganisationen.

Schweiz zufrieden

Die Diskussionen seien sehr interessant und offen gewesen, erklärte Paolo Janke von der DEZA. Die Schweiz sei grundsätzlich einverstanden mit der kritischen Analyse. «Das Ziel ist es, aus der Vielfalt der Meinungen, die einfliessen, für die Entwicklungszusammenarbeit zu lernen.»

Der Delegation in Paris hatten neben DEZA-Direktor Fust hochrangige Vertreter des seco angehört. Der Schlussbericht soll bis Ende Jahr vorliegen.

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