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OECD erhöht Konjunkturprognose, aber Fragezeichen hinter Japan

PARIS (awp international) - Die Wirtschaft in Deutschland und anderen wichtigen Industrienationen (G7) boomt nach Einschätzung der OECD stärker als erwartet. Die unabsehbaren Folgen der Erdbeben- und Reaktorkatastrophe in Japan trüben allerdings die Stimmung. "Es ist derzeit unmöglich, die Konsequenzen für das Wirtschaftswachstum abzuschätzen", schreiben Konjunkturexperten in einem am Dienstag vorgestellten Zwischenausblick der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Gesamtkosten des Unglücks seien weiter unbekannt.
Die OECD klammerte Japan deswegen aus ihrer aktuellen Prognose komplett aus. Nach einer ersten Schätzung könnte das Wachstum im ersten Quartal katastrophenbedingt aber um 0,2 bis 0,6 Prozentpunkte niedriger ausfallen, im zweiten Quartal sogar um 0,5 bis 1,4 Prozentpunkte. Erst im dritten Quartal seien positive Signale durch den beginnenden Wiederaufbau zu erwarten.
Die deutsche Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der OECD im ersten Quartal um 3,7 Prozent (auf die Jahresrate hochgerechnet) gewachsen sein und damit mehr als doppelt so stark wie im wetterbedingt schlechten Schlussquartal 2010 (+ 1,5 Prozent). Für die zweite Jahreshälfte rechnen die Experten mit einem "annualisierten" Wachstum von 2,3 Prozent. Das heisst, wenn sich sich die Konjunktur ein Jahr lang im selben Tempo weiter entwickeln würde, läge das Bruttoinlandsprodukt nach einem Jahr um 2,3 Prozent höher.
Für die USA prognostiziert die OECD Wachstumsraten von 3,1 (1. Quartal) beziehungsweise 3,4 Prozent (2. Quartal). Im G7-Schnitt ohne Japan liegen die Zahlen bei 3,2 beziehungsweise 2,9 Prozent. "Der Wachstumsausblick stellt sich heute wesentlich besser dar als vor ein paar Monaten", kommentierte OECD-Chefökonom Pier Carlo Padoan. Die Erholung trage sich zunehmend selbst. In Zukunft werde es deswegen weniger Bedarf für finanzpolitische Stützungsmassnahmen geben. Zur G7-Gruppe gehören neben den USA, Deutschland und Japan die Länder Grossbritannien, Italien, Frankreich und Kanada./aha/DP/ajx

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