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Washington (awp/sda/dpa/afd) - Der Ölstrom am Grund des Ozeans ist vorerst versiegt. 87 Tage lang schoss das Öl aus dem defekten Bohrloch in den Golf von Mexiko. Seit Donnerstag fliesst kein Öl mehr. Doch die Behörden und der BP-Konzern warnen vor voreiligem Optimismus.
Die vorübergehende Schliessung der Ölquelle war lediglich Teil eines Tests: Am Donnerstagabend war es Experten von BP gelungen, alle Ventile eines tonnenschweren Auffangzylinders in 1500 Metern Tiefe zu schliessen.
Für die Ingenieure waren es atemberaubende Minuten: Sie wussten, dass sich durch das langsame Verschliessen grosser Druck in dem Bohrloch aufbauen würde. Die grosse Frage war, ob die Dichtkappe dem Druck des hochsprudelnden Öls standhält - oder ob dessen Wucht die ganze Förderanlage sprengen und den Kampf gegen die Ölpest noch erschweren würde.
Nach einer Reihe von Druckmessungen gaben die Experten Entwarnung. Die Kappe hielt dicht. Für Jubel freilich sahen auch die BP-Leute keinen Anlass. "Das ist ein ermutigendes Zeichen", sagte BP-Einsatzmanager Doug Suttles. "In den kommenden Tagen könnten die Zeichen noch ermutigender werden, aber Jubelfeiern wird es keine geben."
Auch BP-Manager Kent Wells betonte immer wieder, dass dies noch nicht der endgültige Sieg sei. Präsident Barack Obama wertete den Etappenerfolg vorsichtig als "gutes Zeichen", betonte aber: "Wir befinden uns immer noch in einer Testphase."
Nach monatelangem Kampf gegen die Ölpest ist allen Beteiligten klar, dass der Einsatz nun vor kritischen Stunden und Tagen steht. Die Ingenieure wollen die Abdichtkappe nach Möglichkeit 48 Stunden - also bis Samstagabend - auf dem Bohrloch lassen und eine Vielzahl von Messdaten einholen.
Die Tests werden genauestens beobachtet, alle sechs Stunden werde gemessen. Damit soll geklärt werden, ob das Steigrohr in der Tiefe bei einer Schliessung des Lecks dem Druck standhält oder ob es Lecks gibt.
Niemand wusste am Freitag zu sagen, ob die defekte Förderanlage am Meeresgrund nicht doch noch nachgibt und neue Lecks aufreissen. Eine weitere Gefahr bestand darin, dass der hohe Druck das Öl in dem Förderschacht, der sich über hunderte Meter durch den Meeresboden bis hinunter zu der tiefliegenden Ölblase zieht, in die umliegenden Sediment- und Gesteinsschichten pressen wird.
Das Öl könnte in den Meeresboden einsickern und sich langsam einen anderen Weg an die Oberfläche suchen. Um ein solches Öko-Desaster zu vermeiden, überwachen die Ingenieure den Meeresboden mit seismischem Gerät.
Der Einsatzleiter der US-Regierung, Admiral Thad Allen, erklärte, der Zylinder sei nicht dafür gedacht, die Quelle dauerhaft zu verschliessen. Nach den Tests werde das Öl vermutlich weiter in Schiffe geleitet, bis die endgültige Lösung funktioniere, sagte er dem TV-Sender CNN.
Denn erst mit Entlastungsbohrungen mehrere Kilometer unter dem Meeresboden soll das Bohrloch vollständig versiegelt werden. Damit wird aber frühstens Ende Juli oder Anfang August gerechnet.
Der Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im April hatte die schwerste Ölpest der US-Geschichte verursacht. Bislang strömten gemäss Schätzungen der Internationalen Energieagentur zwischen 366 und 716 Mio Liter Öl ins Meer.
uh

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