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Opel sieht Staatshilfe näher gerückt

Dieser Inhalt wurde am 14. April 2010 - 16:40 publiziert

RÜSSELSHEIM/HAMBURG (awp international) - Der Autobauer Opel ist nach eigener Einschätzung deutscher Milliardenhilfe einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Das Unternehmen gelte nun auch in der Berliner Politik als Opfer der Wirtschaftskrise, sagte Opel-Chef Nick Reilly der Wochenzeitung "Die Zeit" laut einer am Mittwoch veröffentlichten Vorabmeldung.
"Opel wurde von der Krise zu einem ungünstigen Zeitpunkt getroffen. Ohne die Krise wäre die Existenz von Opel nicht gefährdet gewesen", sagte der Brite. Genau das war in den Gesprächen mit der Bundesregierung lange umstritten. Von dieser Frage hängt unter anderem ab, ob Staatshilfen fliessen dürfen.
Ein Opel-Sprecher am Stammsitz Rüsselsheim sagte am Mittwoch: "Pro-forma-Zahlen haben gezeigt, dass die Marke Opel vor der Krise profitabel war." Ob nun auch Geld fliesse, sei noch nicht entschieden. Das liege in der Hand der Politik beziehungsweise des Bürgschaftsausschusses.
Die Tochter des US-Autokonzerns General Motors (GM) strebt für seine Sanierung Staatshilfen von insgesamt 1,8 Milliarden Euro an, davon allein 1,3 Milliarden aus Deutschland. GM selbst will 1,9 Milliarden Euro in die Opel-Rettung stecken - teilweise als Eigenkapital, teilweise in Form von Krediten.
In der "Zeit" verteidigte Reilly, dass GM die Opel-Sanierung nicht komplett selbst stemmt: "Opel ist auch ein europäisches und ein deutsches Unternehmen ­ mit mehreren Zehntausend Arbeitsplätzen in ganz Europa. Da sollte es möglich sein, in einer schwierigen Situation staatliche Hilfe in Europa in Anspruch zu nehmen."
In den Verhandlungen mit der deutschen Politik seien nun noch zwei Fragen offen, erklärte der Opel-Chef: "Wir müssen eine federführende Bank für den Kredit in Deutschland finden ­ und klären, in welcher Reihenfolge Kredite später zurückgezahlt werden."
Boden gutmachen will der Autohersteller auch mit neuen Modellen, etwa einem Kleinstwagen. In etwa zwei bis drei Jahren soll nach Reillys Vorstellungen ein Opel-Mini auf dem markt sein. Der Autobauer hat auch in Kaiserslautern ein Werk./ben/DP/he

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