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Orange/Sunrise: Weko wird Zusammenschluss vertieft prüfen (AF)

Dieser Inhalt wurde am 28. Dezember 2009 - 13:00 publiziert

(Meldung durchgehend erweitert)
Bern (awp/sda) - Die Wettbewerbskommission (Weko) nimmt wie erwartet die Übernahme von Sunrise durch Orange genauer unter die Lupe. Die Weko hat Anhaltspunkte, dass nach dieser Flurbereinigung im Telekom-Markt Orange und Swisscom eine marktbeherrschende Stellung einnehmen könnten.
Die Weko will den geplanten Zusammenschluss zwischen der France-Télécom-Tochter Orange und der dänischen TDC-Tochter Sunrise nicht einfach durchwinken. Die Fusion werde vertieft geprüft, teilte die Weko am Montag mit.
Ende November hatte France Télécom angekündigt, dass sie Sunrise übernehmen und mit Orange zusammenlegen will. Damit entsteht eine neue starke Nr. 2 mit einem Marktanteil von gegen 40% hinter Marktführerin Swisscom. Statt der bislang drei Hauptakteure im Schweizer Mobilfunkmarkt wird es künftig noch zwei konkurrierende Netzbetreiber geben.
Genau diesem Umstand widmet die Weko nun ihre Aufmerksamkeit: Sie will die Folgen dieser Konzentration für den Markt genauer prüfen. Dabei werde auch untersucht, ob allenfalls eine kollektiv marktbeherrschende Stellung zusammen mit der Swisscom entstehen kann. Die Prüfung erfolge innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Monaten, teilte die Weko weiter mit.
Die Orange-Mutter France Télécom zahlt 1,5 Mrd EUR an die dänische Sunrise-Besitzerin TDC und erhält dafür an der neuen Gesellschaft einen Mehrheitsanteil von 75%. TDC selber bleibt mit 25 Prozent beteiligt.
Das neue Unternehmen wird nach Angaben von Orange 3,4 Mio Mobilfunkkunden und 1,1 Mio Festnetzkunden haben. Auf einen Schlag verdoppelt sich damit der Marktanteil von Orange im Mobilfunk auf 38%. Im Festnetz wird ein Anteil von 18 Prozent erreicht, während man beim Breitbandinternet 13% des Marktes hält.
Im letzten Jahr hätten beide Firmen zusammen einen Umsatz von 3,1 Mrd CHF und einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) von 809 Mio CHF erzielt.
Der im November angekündigte Deal war keine Überraschung. Schon seit Jahren hatte es immer wieder Gerüchte über eine Annäherung gegeben. Für die Mutterhäuser von Orange und Sunrise ist die Fusion ein Befreiungsschlag. Beide Unternehmen erklärten bei der Ankündigung des Zusammenschlusses, dies werde den Wettbewerb beleben.
Dies zweifeln einige Experten aber an. Sie befürchten ein Duopol, bei dem die europaweit höchsten Mobilfunktarife nicht sinken werden.
Angesichts der Kritik rechnete Orange mit einer vertieften Prüfung. "Wir sind guter Dinge, dass wir im Mai einen positiven Entscheid von der Weko bekommen", sagte Orange-Chef Thomas Sieber Anfang Dezember der Nachrichtenagentur SDA.
Ob es Auflagen gebe, sei Spekulation. Es könne zwar durchaus sein. "Wobei wir heute davon ausgehen, dass wir keine Auflagen erhalten", sagte Sieber damals. Nach seinen Worten sollen bis auf weiteres beide Marken Orange und Sunrise beibehalten werden.
ch

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