Orbit im Zeichen von Sicherheit und Green-IT

Kühle Sachlichkeit und Ernsthaftigkeit dominieren die Orbit 2009. T. Entzeroth

Die Goldgräberzeiten in der Informatikbranche sind vorbei. Die Wirtschaftskrise könnte aber auch positive Auswirkungen auf die gebeutelte IT-Branche haben. Als Retter bieten sich die Bereiche Sicherheit und Green-IT an.

Dieser Inhalt wurde am 14. Mai 2009 - 08:12 publiziert

"Die Informatikbranche ist erwachsen geworden", urteilt Orbit-Messeleiter Giancarlo Palmisani gegenüber swissinfo. Augenfällig wird das in der Art, wie sich die ziemlich gelichteten Reihen der Aussteller präsentieren:

Keine stampfenden, ohrenbetäubenden Beats mehr mit verrückten Performances, die man nur mit Mühe mit dem zu verkaufenden Informatikthema in Beziehung setzen konnte, keine aufwändigen, teuren Standarchitekturen. Und die leichtgeschürzten Mädchen, welche die Interessenten früher zu den Starverkäufern locken sollten, gibt es auch nicht mehr.

Die einzigen weiblichen Blickfänge leistet sich Postfinance, welche in teure, aber einigermassen züchtige Abendroben gesteckte junge Frauen Prospekte verteilen lässt. Gut, ein knallroter Ferrari steht noch da, und zwei polierte Maseratis warten auf bewundernde Blicke. Zeugen dafür, dass wohl noch nicht die ganze Branche erwachsen geworden ist.

Die Informatikbranche wandelt sich, und die dazugehörige Messe muss das auch: "Vor fünf Jahren hatten wir noch 500 Aussteller. Letztes Jahr sind wir auf 370 eingebrochen, und dieses Jahr sind es noch 260", sagt Palmisani.

"Die Orbit in der heutigen Form wird es nicht mehr geben. Die Ausgabe 2010 wird ein Event mit Messecharakter."

Zurück zu Einfachheit

Christopher Rennhard, CEO der Fischer Precise Management AG verlangte an einer Podiumsdiskussion, die IT solle wieder zum Prinzip der Einfachheit zurückkehren.

"Zu viele Informatiksysteme sind mit sich selbst beschäftigt. Und wir werden gezwungen, uns mit Informatikproblemen zu beschäftigen, statt uns um Lösungen beim Business oder der Umwelt zu kümmern."

Doch davon ist die Branche noch weit entfernt. Jeder bastelt an eigenen Lösungen, Kompatibilität mit Fremdprodukten ist meist ein Fremdwort.

IT-Sicherheit

Das Internet und die dazugehörigen Netzwerktechnologien haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Diese an sich positive Tendenz hat aber auch Schattenseiten.

So ist eigentlich hinreichend bekannt, dass man mit einem Computer nicht ohne Antiviren-, Malwareprogrammen und Firewall ins Internet einloggen soll.

Völlig unterschätzt aber werden die neusten "alleskönnenden" Mobiltelefone, Smartphones oder iPhones, die eine Funktionalität und Leistungsstärke besitzen, auf die ein klassischer PC noch vor wenigen Jahren stolz gewesen wäre.

Aus diesem Grund verlangen die mobilen Geräte auch nach Schutzmassnahmen, wie sie auf einem PC Standard sind. Klar muten im Vergleich zur Virenvielfalt beim PC die rund 1000 Handyviren bescheiden an. Doch auch diese Zahl wächst nun rascher.

Schadprogramme nicht einziges Problem

Die Bedrohung für mobile Telefone fixiert sich aber nicht nur auf Viren und bösartige Schadprogramme. Iwan Wenger von Kapersky Lab, einem auf Viren und andere Schadprogramme spezialisierten Unternehmen, nennt ein weiteres Problem: "Was, wenn das Handy verloren geht oder gestohlen wird? Mit unserer Lösung kann Ihr Handy mit einem anderen Mobiltelefon per SMS gesperrt werden. Zudem können sämtliche Daten auf dem Handy gelöscht werden."

Das Mobiltelefon sei zwar immer noch weg, aber die Daten für den Finder oder den Dieb nicht einsehbar. "Das ist eminent wichtig", gibt er zu bedenken, "denn in modernen Handys lagern heute auch Adresslisten, E-Mails mit Anhängen, Protokolle, Bilder und vieles mehr".

Auch wenn die SIM-Karte des gefundenen Handys durch eine andere ersetzt wird, kann es auch über die neue Nummer lahmgelegt werden.

Laut Wenger bietet Apples iPhone praktisch keinen Schutz. Zudem sei es aufgrund seiner Kommunikationsfähigkeiten sehr stark gefährdet. Nicht zuletzt auch, was die Diebstahlgefährdung betrifft, "denn dieses Gerät ist ein Trend-Artikel".

Grüne Informationstechnologie

"Green-IT" ist nicht bloss ein Modewort für umweltbewusste IT-Anwender. Auch die IT-Industrie wird sich der Problematik zunehmend bewusst. Schätzungen zufolge zeichnet sie für 2% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich und erzeugt etwa gleich viel Kohlendioxid wie der gesamte Luftverkehr auf unserem Planeten.

Betriebe und Private können zudem mit einer intelligenten Strategie bei der Beschaffung, dem Betrieb und der Entsorgung ihrer IT-Infrastruktur zum Umweltschutz beitragen.

Nicht zuletzt aber machen sich energieeffiziente Geräte durch die geringeren Energiekosten auch im Budget bemerkbar.

Um die Zusammenhänge aufzuzeigen und das Verständnis zu fördern, verleihen am letzten Messetag WWF, ÖBU, das Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften, Business Campaigning Switzerland und die Orbit je einen "Green IT Innovation Award". Einen für Lösungen für IT-Anwender und einen für einen Beitrag zu einer Wirtschaft, die weniger CO2 ausstösst.

Etienne Strebel, Zürich. swissinfo.ch

Orbit 2009

Bis am 15. Mai hat die Orbit, die grösste Informationstechnologie-Fachmesse der Schweiz, ihre Tore geöffnet

260 Aussteller präsentieren in den Hallen des Messezentrums Zürich Trends und Neuheiten aus der ICT-Welt.

Die diesjährige Ausstellung ist in die Bereiche Business Software, Web, Internet & E-Business, IT-Security und Green-IT aufgeteilt.

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