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Zürich (awp) - Orell Füssli hält trotz eines Gewinneinbruchs im Geschäftsjahr 2010 an der Dividendenpolitik fest. Auch an den grundlegenden Zielsetzungen will das im Bereich Druck, Technologie und Buchhandel tätige Unternehmen nicht rütteln. Einen konkreten Ausblick traut sich Orell Füssli allerdings nicht zu.
Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende in Höhe von 2,50 CHF erhalten, obwohl der Gewinn - wie bereits Anfang Februar mitgeteilt - deutlich gesunken ist. Damit soll die Zuversicht für die Weiterentwicklung des Geschäftes untermauert werden. "Für die Zukunft gilt bei der Dividendenpolitik, dass wir einen Drittel des Gewinns ausschütten wollen", sagte Verwaltungsratspräsident Klaus Oesch am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.
GEWINNRÜCKGANG - ZIELSETZUNGEN UNVERÄNDERT
Die definitiven Geschäftszahlen 2010 entsprechen in etwa den Anfangs Februar publizierten provisorischen Zahlen. Der Umsatz stieg um 3,7% auf 317,7 Mio CHF, der Betriebsgewinn (EBIT) dagegen sank um 39% auf 14,1 Mio und der Reingewinn (nach Minderheiten) um 28% auf 10,6 Mio. Im Vorjahr hätten noch ausserordentliche Erträge und Korrekturen bei den Abschreibungen die Ergebnisse begünstigt, hiess es im Februar.
An seinen grundlegenden Zielen hält Orell Füssli fest. "Die Zielvorgaben des Verwaltungsrates sind unverändert, es wird weiterhin ein jährliches Wachstum um 10% angestrebt", so Oesch. Bei der Nettoanlagerendite soll ein Wert von 15% erreicht werden.
EXOGENE FAKTOREN BELASTEN - AUFTRAGSLAGE GUT
Insgesamt habe es bei Orell Füssli im vergangenen Jahr zwar Verbesserungen gegeben, die Gesellschaft leide aber immer noch unter exogenen Faktoren. Dazu zählt der VRP etwa die ungünstige Währungsentwicklung. Hinzu komme die Verschiebung der neuen Serie Schweizer Banknoten. Die Produktion soll erst Ende des Jahres starten. "Das ist zwar keine Tragödie, belastet aber die aktuelle Situation, da die Vorleistungen unsererseits bereits erbracht wurden", sagte Oesch.
Wie stark der Umsatzbeitrag der Produktion der Schweizer Banknoten dann sein wird, sei schwierig einzuschätzen. "Die Wertschöpfung ist bei Schweizer Noten aber eine ganz andere als bei ausländischen. Es können auch höhere Margen erzielt werden."
Im Buchhandel sei die Nachfrage weiter verhalten, es sei "sicher keine grosse Expansion zu erwarten", so der VRP. Auch sei vermehrt ein Trend zum Download elektronischer Inhalte direkt auf entsprechende Geräte festzustellen.
Derweil schätzt CEO Michel Kunz die Auftragslage positiv ein. "Bei Atlantic Zeiser sind wir derzeit für zwei Monate ausgelastet, der Auftragseingang liegt über Vorjahr", sagte der Firmenchef. "Wir wollen in diesem Bereich wachsen und sind zuversichtlich, das auch zu erreichen."
Im Bereich Sicherheitsdruck sei aufgrund der gewonnenen Aufträge bereits für das ganze Jahr eine relativ hohe Auslastung gesichert. "Wenn man das Vorjahr als Basis nimmt, dürfte es in diesem Jahr auf etwa die gleiche Grössenordnung hinauslaufen", so Kunz. Die Verschiebung der Schweizer Banknoten mache allerdings eine Kapazitätsplanung nicht einfacher.
VERBESSERUNGEN AB 2012
Im Buchhandel sollen im so genannten stationären Handel die Umsatzrückgänge bei Büchern mit Drittprodukten möglichst kompensiert und im Internet die bestehenden Positionen ausgebaut werden. "Dank absatz- und kostenorientierten Massnahmen sind die Aussichten für nachhaltige Ertragsverbesserungen günstig, dürften aber erst 2012 voll auf das Resultat durchschlagen", hiess es.
Akquisitionsmöglichkeiten will Orell Füssli fortlaufend prüfen. "Die Position von Atlantic Zeiser könnte durchaus gestärkt werden", sagte Kunz. Es sei aber anspruchsvoll, die richtigen Partner zu finden.
Die Aktie reagiert mit leichten Gewinnen und liegt kurz vor Mittag 1,9% höher 134,50 CHF. Vontobel-Analyst Rene Weber spricht von einem vorsichtig optimistischen Ausblick. 2011 werde ein weiteres Übergangsjahr, so der Experte.
dm/uh

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