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Organisierter Autostopp

Videokameras überwachen, wer zu wem ins Auto steigt.

(www.car-los.ch)

In der Region Burgdorf im Kanton Bern startet dieses Wochenende das neuartige Mitfahrsystem "CARLOS": Privater öffentlicher Verkehr in einer Randregion.

Gerade in Randregionen ist das Problem altbekannt: Der öffentliche Verkehr sollte weiter ausgebaut werden, doch den Behörden fehlt das Geld. Dies führt dazu, dass noch mehr Menschen auf ein eigenes Auto setzen - die Folge: Die wenigen Busverbindungen werden schlecht genutzt.

In der Region Burgdorf sollen die Gegensätze zwischen privatem und öffentlichem Verkehr nun aufgeweicht werden. Private Autofahrer sollen vermehrt zusätzliche Personen mitreisen lassen.

"Rund 10'000 Autos sind in unserer Region pro Tag mit durchschnittlich nur 1,1 Personen unterwegs", sagt Martin Wälti, einer der Promotoren des Projekts.

Diese Leute könnten andere ("Car-lose", Auto-lose eben) mitnehmen. Für den neuen "organisierten Autostopp" wurden elf Einsteigepunkte in sieben Gemeinden geschaffen. Von jeder dieser Signaltafeln am Strassenrand können für zwei Franken zwischen 10 und 20 Zielpunkte angewählt werden.

Das Fahrziel erscheint danach in einer Leuchtanzeige an der Säule - so wissen vorbei fahrende Automobilisten rasch, wohin die autolosen Reisenden wollen.

Sicherheit dank Kamera-Beobachtung

Einer der Knackpunkte beim Autostopp ist die Anonymität - auch dies haben die Initianten berücksichtigt. "Um beidseitig das Vertrauen zu erhöhen, sind Videokameras installiert. So können Automobilist wie auch Mitfahrender identifiziert werden", erklärt Wälti.

Dank dieser Massnahme könne man auf kompliziertere Kontrollmechanismen - zum Beispiel Abonnement oder ähnliches - verzichten.

Alle können also CARLOS benutzen, auch wenn es bloss einmalig bei einem Sonntags-Ausflug ist. Dies sei zentral, betont Wälti. Denn gerade die Bürokratie habe andere Car-Sharing-Modelle scheitern lassen.

Betrieben wird CARLOS vom Regionalverkehr Mittelland (RM), der sich eine Ergänzung des bestehenden Bus- und Bahnangebots verspricht. Hoffnungsvolle Worte gab es an der offiziellen Einweihung am Freitag auch von Andreas Gantenbein vom Bundesamt für Strassen: Er sieht darin einen Schritt zu nachhaltiger Mobilität und verträglicherer Verkehrsabwicklung.

Interesse der Wissenschaft

Das Mitnahmesystem ist vorläufig als dreijähriger Versuch angelegt. Die Wirkung wird wissenschaftlich analysiert: Beteiligt sind Fachleute von den Universitäten Bern, Zürich und Wuppertal (D).

Daniele Papacella und Agenturen


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