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Zürich (awp/sda) - Der Lebensmittelhersteller Orior hat im vergangenen Jahr dem Preisdruck im Detailhandel und dem starken Franken getrotzt: Sowohl Umsatz als auch Reingewinn wuchsen. Insgesamt erzielte die auf Fleischveredelung und frische Fertigprodukte (Convenience) spezialisierte Gruppe das beste Resultat ihrer Geschichte.
Der Nettoumsatz stieg um 1% auf 505,5 Mio CHF. "Das ist ok", sagte Geschäftsführer Rolf Sutter am Dienstag auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) wuchs um 3,8% auf 54,2 Mio CHF, der EBIT um 4,2% auf 40,5 Mio CHF, die entsprechenden Margen lagen bei 10,7% bzw. 8,0%.
Noch stärker konnte Orior unter dem Strich zulegen. Der Reingewinn kletterte dank eines besseren Finanzergebnisses und geringerer Steuerlast um 12,4% auf 26,9 Mio CHF. Das Ergebnis wäre noch höher ausgefallen ohne die einmaligen Kosten unter anderem für den Börsengang im vergangenen Jahr, sagte Finanzchefin Hélène Weber. Zur Orior-Gruppe gehören unter anderem die Lebensmittelfirmen und -marken Rapelli, Pastinella, Ticinella und Spiess, zudem ist das Unternehmen mit Lineafresca auch in der Logistik tätig.
DIVIDENDENRENDITE VON 3,3%
Das Resultat ermöglicht die Ausschüttung einer (steuerfreien) Dividende von 1,90 CHF pro Aktie, entsprechend einer Ausschüttungsquote von rund 42%. Auf Basis des gestrigen Schlusskurses entspricht die Ausschüttung einer Dividendenrendite von 3,3%.
Mit dem Mittelzufluss aus den Erträgen und dem Börsengang sei auch die Bilanzstruktur deutlich gestärkt worden, hiess es. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten konnten um 15% reduziert worden, während das Eigenkapital sich mehr als verdoppelte und nun einer Eigenkapitalquote von 43,8% entspricht.
In der Schweiz profitierte Orior am meisten von den immer beliebteren frischen Fertigmenüs: "Das ist der Megatrend überhaupt", sagte Sutter. Orior habe beispielsweise auf alte Rezepte zurückgegriffen und biete etwa Menüs unter dem Motto "Grand-maman" an.
Enormes Potential ortet Orior auch bei der Lieferung von warmen Mahlzeiten. So seien beispielsweise Mittagstische für Schüler oder die Verpflegung für kleinere Unternehmen in der Schweiz noch unterentwickelt, sagte Sutter: "Das wird eine Erfolgsstory."
IM AUSLAND NOCH KLEIN - ABER GROSSES WACHSTUM
Das stärkste Wachstum gelang Orior indes im Ausland, wenn auch auf bescheidenem Niveau. In Frankreich und Deutschland sei der Umsatz in Euro um ein Viertel gewachsen. Besonders beliebt seien Bündnerfleisch oder eine vegetarische Grillplatte.
Im Ausland wolle Orior aber nicht zu stark wachsen. Man werde in ganz kleinen Nischenmärkten bleiben und nicht in den Massenmarkt vorstossen, sagte Sutter, der die Geschäftsleitung nach 12 Jahren auf Anfang Mai an Remo Hansen abgibt und auf den Posten des Verwaltungsratspräsidenten wechselt.
Für das laufende Jahr hält Finanzchefin Weber ein Umsatzplus von 1 bis 2% für möglich, wie sie am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA sagte. Unter dem Strich sei ein Reingewinn von 29 Mio bis 30 Mio CHF plausibel, falls keine Akquisitionen getätigt würden oder ausserordentliche Ereignisse einträfen.
Die Orior-Aktie reagierte mit leichten Kursgewinnen auf die heutigen News, das Papier notierte um 15 Uhr in einem schwachen Gesamtmarkt bei mässigen Volumen 0,9% höher auf 57,40 CHF. Marktteilnehmer bezeichneten die Zahlen als solid, aber mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen. Besonders erfreulich sei die massiv verbesserte Eigenkapitalquote sowie die nochmalige Margensteigerung in einem wegen der Währungen und dem Preiskampf nicht einfachen Umfeld, sagte einer.
uh

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