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PET-Sammeln oder Konsequenzen tragen

Vor allem die kleinen PET-Flaschen landen oft nicht im Container.

Die Gesellschaft, die für das Einsammeln der leeren Getränkeflaschen aus PET verantwortlich ist, wendet sich mit einer Kampagne an die Verbraucher.

Wenn nicht drei Viertel der PET-Flaschen zurückgegeben werden, droht eine Abgabegebühr.

PET Recycling Schweiz befasst sich seit 1990, als in der Schweiz die Verordnung über Getränkeverpackungen in Kraft trat, mit der Wiederverwertung (Recycling) der Kunststoff-Flaschen.

Weil die Rückgabequote zu niedrig ist, lanciert die Gesellschaft in den Medien einen dringenden Aufruf, die PET-Flaschen an die Sammelstellen zu tragen und nicht in den Abfall zu werfen.

Müsste eine Abgabe auf PET-Flaschen erhoben werden, dann, so PET-Recycling Schweiz, würde das rund 120 Mio. Franken Mehrkosten verursachen, die an den Konsumenten weitergegeben würden.

Kleine Flaschen, grosses Problem

Das Problem liegt weniger bei den grossen Getränkeflaschen. Die 3-Deziliter- und die Halbliter-Flaschen sind das Problem. Sie landen zur Hälfte im Abfall, werden verbrannt oder – das ist der schlimmste Fall - liegen als Müll in der Gegend herum.

PET-Recycling Schweiz versucht nun die Leute zu bewegen, die Flaschen an den Sammelstellen in die Container zu schmeissen. Dies mit der Aufforderung: "Jede Flasche zählt."

"Wir mussten handeln, denn wir haben ein echtes Problem mit den kleinen PET-Flaschen. Jede Sekunde landet eine 0,33-Liter- oder Halbliterflasche NICHT im Sammelcontainer", sagt Jean-Claude Würmli, der Marketingchef von PET Recycling Schweiz, gegenüber swissinfo.

Der Konsument denkt sich eben, gerade die Flasche, die er in den Händen halte, zähle ja nicht. Das sei ein folgenschweres Fehldenken.

"Wenn jeder Schweizer und jede Schweizerin jede Woche nur eine PET-Flasche nicht in den Sammelcontainer wirft, summiert sich das in einem Jahr auf sage und schreibe 300'000'000 Flaschen", sagt Würmli.

Ernste Drohung

Würmli sagt, dass die Konsumenten die Warnung nicht auf die leichte Schulter nehmen sollen, denn die Drohung mit einer Abgabe sei real.

"Das Schweizer Umweltamt hat klar gesagt, dass bei zu schlechtem Rücklauf eine Abgabe auf PET kommt, doch hoffe ich, dass diese nur auf die kleinen Flaschen erhoben wird", sagt Würmli. Sicher sei das aber überhaupt nicht.

"Schlecht wäre eine Abgabe auf die grossen PET-Flaschen, denn die werden zu rund 90% zurückgebracht."

Immer mehr Sammelstellen

PET Recycling Schweiz belastet die Schweizer Getränkeindustrie mit vier Rappen pro Flasche, um ihre Auslagen von insgesamt 43 Mio. Franken zu decken. Die Organisation kämpft nun vehement gegen die drohende staatlich verordnete Gebühr.

In der Schweiz wurden 21'000 Sammelstellen eingerichtet, an denen insgesamt 40'000 Sammelbehälter stehen.

"Wir arbeiten wirklich hart, um die Flaschen zurück zu kriegen", sagt Würmli. "Es ist pro Kopf der Bevölkerung das weltweit grösste Sammelsystem, und wir schaffen pro Woche 50 neue Sammelstellen."

Allein in diesem Jahr wurden 1500 Sammelstellen eingerichtet, vor allem bei Tankstellen, an Kiosken oder Verkaufsgeschäften.

Doch Würmli räumt ein, dass es nie möglich sein wird, flächendeckend Sammelstellen zu schaffen, die in der unmittelbaren Nähe jedes Konsumenten liegen.

"Wir haben berechnet, dass es dafür rund 300'000 Sammelbehälter bräuchte, und das macht ja nun wirklich keinen Sinn."

Der Inhalt ist nicht immer PET

Ein weiteres Problem stellt sich bei den PET-Sammelbehältern. Je weiter sie von den stark frequentierten Zentren weg sind, desto öfter werden sie als Abfallkübel "missbraucht".

"Sie finden alles, sogar Windeln und tote Tiere. Zwischen 10 und 20 Prozent des Inhaltes kann nicht wiederverwertet werden", sagt Würmli.

"Pro Jahr beläuft sich das auf rund 3000 Tonnen Abfall, die wir der Müllverbrennung zuführen müssen. Wir bezahlen die selbe Abfallgebühr wie alle andern Leute auch, wir haben keine Sonderstellung."

Trotz aller Widerwärtigkeiten ist Würmli davon überzeugt, dass die vom Gesetz geforderte Rücklaufquote von 75% der PET-Flaschen zu erreichen ist. Auch wenn er sagt, dass es eine harte Vorgabe des Staates sei.

"In der EU müssen sie nur 22,5% einsammeln. Wir aber müssen gut drei Mal soviel PET zusammenbringen."

swissinfo, Robert Brookes, Zürich
(Übertragung aus dem Englischen: Urs Maurer)

Fakten

In der Schweiz sind pro Jahr rund 1,2 Mrd. PET-Flaschen im Umlauf.
Die Recycling-Quote liegt bei 72%.
Im vergangenen Jahr ist sie auf 71% gefallen.

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In Kürze

PET Recycling Schweiz hat eine Medienkampagne gestartet, die zum Sammeln der PET-Flaschen aufruft.

Die Behörden drohen mit einer Gebühr auf die Flaschen, wenn die Rückgabequote von 75% nicht erreicht wird.

Das würde zusätzliche Kosten von 120 Mio. Franken verursachen, die voll auf den Konsumenten überwälzt würde.

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