Navigation

Petroplus will Gewinnschwelle senken und cashneutral werden - neuer 3-Jahresplan

Dieser Inhalt wurde am 09. Dezember 2010 - 07:42 publiziert

Zug (awp) - Der Raffineriebetreiber Petroplus hat anlässlich eines Analystentages Details zum strategischen 3-Jahresplan bis 2012 vorgestellt. Das Unternehmen will die Gewinnschwelle senken und mindestens cashneutral werden, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Präsentation hervorgeht. Nach einem Ausflug ins US-Raffineriegeschäft konzentriert sich Petroplus zudem wieder auf Europa.
Akquisitionen stehen weiter im Blick, um den Anlagenpark zu erweitern. Zukäufe müssten gut zur Strategie passen, zum Gewinn beitragen, einen positiven Cashflow erwirtschaften und die Bilanz sowie die finanzielle Flexibilität von Petroplus verbessern, so der Raffineriebetreiber.
Die bisher im Portfolio befindlichen Anlagen weisen den Angaben zufolge aufgrund ihrer unterschiedlichen Vergangenheit grosse Unterschiede bei der Zuverlässigkeit, der Kostenstruktur und der Energieeffizienz auf. Die Resultate des Geschäftsjahres 2009 wertet Petroplus selbst denn auch als unterdurchschnittlich. So lag die Auslastung der Raffinerien bei 70% und es wurden 300 Mio USD an flüssigen Mitteln verbraucht.
Im Rahmen des 3-Jahresplans will das Unternehmen die Effizienz verbessern. Insgesamt soll der Gewinn um mehr als 1 USD pro Barrel steigern, verspricht die Präsentation. Stellschrauben sind Bruttomarge, Energieeffizienz, operative Ausgaben sowie allgemeine und administrative Kosten. Die Investitionen in das Effizienzprogramm liegen bei rund 120 Mio USD, erste Mittel wurden bereits 2010 aufgewendet.
Zur Zukunft der Raffinerie in Reichstett erklärte Petroplus, eine definitive Entscheidung könnte erst getroffen werden, wenn die Stellungnahme des Betriebsrats eingegangen sei. Dies dürfte in der ersten Hälfte des Jahres 2011 der Fall sein. Bis zu einer endgültigen Entscheidung soll der Raffineriebetrieb weitergehen.
Die Streiks in Frankreich haben den Angaben zufolge nur einen kleinen Einfluss auf den Gewinn im vierten Quartal 2010. Derweil dürften die Kreditvereinbarungen für die sogenannte Revolving Credit Facility (RCF) in diesem Zeitraum erreicht werden, so Petroplus. Der bereinigte EBITDA wird im vierten Quartal bei 120 Mio USD gesehen und im Gesamtjahr 2010 bei 467 Mio USD.
Für das Jahr 2011 rechnet Petroplus mit einer Auslastung von 81% nach erwarteten 78% für das laufende Geschäftsjahr. Wie bei der Zahlenvorlage für das dritte Quartal zuletzt bekannt gegeben, sollen die Investitionen im Jahr 2011 bei 315 Mio USD liegen und die operativen Ausgaben bei 665 Mio USD.
In der gesamten Branche dürften die Überkapazitäten im Laufe des Jahres 2011 weiter zurückgehen, hiess es weiter. Aber nicht genug, um Angebot und Nachfrage auf das Vorkrisenniveau zu versetzen. Seit Juni 2009 seien Pläne zur Schaffung neuer Produktions-Kapazitäten für den Zeitraum 2010 bis 2015 von geschätzter 1 Mio Barrel pro Tag eingestellt oder verschoben worden.
In Europa dürfte der Konsolidierungsprozess bei den Raffinerien nach Einschätzung von Petroplus weitergehen - es seien aktuell 15 Anlagen geschlossen, zum Verkauf ausgeschrieben oder sie stünden vor der Neuausrichtung.
Angesichts der erwarteten weiteren Erholung der Weltwirtschaft zeigt sich das Unternehmen optimistisch, was die Nachfrage nach Ölprodukten angeht. Europa sei keine Insel und die weltweite Nachfrage werde die europäischen Raffineriemargen positiv beeinflussen.
cc/ps

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen