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AMSTERDAM (awp international) - Die Amtszeit des neuen Philips-Chefs beginnt mit einem Knall: Der erst seit Monatsbeginn amtierende Frans van Houten zieht einen Schlussstrich unter die seit langem defizitäre Fernseherproduktion des niederländischen Elektronikkonzerns. Das Geschäft soll an den chinesischen Bildschirmhersteller TPV verkauft werden, wie der Konzern am Montag in Amsterdam ankündigte. Der einstige Weltmarktführer hat seit Jahren an Glanz eingebüsst und kann mit der harten Konkurrenz vor allem aus Asien kaum noch mithalten. Allein im ersten Quartal häufte die TV-Sparte einen operativen Verlust (EBITA) von 106 Millionen Euro an.
Zunächst ist ein Gemeinschaftsunternehmen geplant, in das die Niederländer ihre Produktion einbringen werden. Daran sollen die Chinesen mit 70 Prozent schon die Mehrheit halten. Seinen verbleibenden 30-Prozent-Anteil kann Philips nach sechs Jahren ebenfalls an die Chinesen abgeben. Im Fernsehhandel wird der Markenname Philips bleiben - das Gemeinschaftsunternehmen darf ihn zunächst weiter nutzen. Die Transaktion soll Ende 2011 abgeschlossen sein. Die Aktie legte zum Handelsauftakt am Montag um knapp ein Prozent zu.
TPV IST EIN ALTER BEKANNTER
Als Kaufpreis haben beide Seiten eine Formel ausgehandelt. Danach bekommt Philips das Vierfache des Betrages, den das Joint Venture im Durchschnitt vor Zinsen und Steuern erwirtschaftet. Massgeblich dafür ist der Zeitraum ab 2012 bis zu dem Jahr, in dem Philips das Geld verlangt. TPV ist für Philips ein alter Partner. Bereits 2005 gaben die Niederländer ihr TV-Geschäft in Nordamerika an die Asiaten ab.
Mit diesem Schritt werde der Fernseherbereich wieder profitabel, sagte Vorstandschef Houten. "Es war die wichtigste Aufgabe, eine Lösung für das TV-Geschäft zu finden." Philips wolle sich nun vor allem auf das Gesundheitssegment konzentrieren. Aus der Bilanz des Unternehmens wird die Fernsehersparte weitgehend verschwinden und nur noch als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen.
GEWINNERWARTUNGEN IM ERSTEN QUARTAL VERFEHLT
Zu Jahresbeginn liess das schwache Abschneiden der Fernsehersparte das Gesamtergebnis des Konzerns deutlich schrumpfen. Der Überschuss sank um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf 138 Millionen Euro. Damit verfehlte Philips die Erwartungen von Analysten. Der Umsatz legte hingegen nominal um 6 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zu, auf vergleichbarer Basis gab es ein Plus von 4 Prozent.
Stark entwickelte sich vor allem die Gesundheitssparte des Siemens-Konkurrenten , dort legten Umsatz und Gewinn deutlich zu. Dagegen gab es im Lichtgeschäft einen kleinen Dämpfer. Auch wegen gestiegener Investitionen in Forschung und Entwicklung ging der Gewinn leicht zurück.
PRODUKTIONSAUSFÄLLE IN JAPAN MACHEN PHILIPS ZU SCHAFFEN
Im weiteren Jahresverlauf rechnet der Konzern mit zunehmenden Problemen infolge der Naturkatastrophe in Japan. Die dortigen Produktionsausfälle wirkten sich auf die Zulieferkette aus. Eine konkrete Prognose gab der neue Philips-Chef nicht. Mittelfristig wolle er die Wachstumsgeschwindigkeit beschleunigen. Er kündigte dafür Investitionen an. Einzelheiten zu seinen Plänen werde es aber erst in der zweiten Jahreshälfte geben.
Bislang hat sich Philips zum Ziel gesetzt, bis 2015 ein jährliches Umsatzwachstum von mindestens zwei Prozent über dem BIP-Wachstum zu erreichen, die EBITA-Marge soll 10 bis 13 Prozent erreichen. Der Gewinn je Aktie soll doppelt so stark wachsen wie der vergleichbare Umsatz jährlich zulegt./enl/stw/tw

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