Navigation

Pilzkontrollen auch in Zukunft?

Bereits im Juni wuchsen Steinpilze in den Bergen, doch seither erlebten die Pilzsammler alles andere als eine Traumsaison. Keystone

Wenn im Herbst die Pilze spriessen, ist Vorsicht angezeigt. Denn manch ein Mahl kann übel enden. Dem sollen die über 400 amtlichen Pilzkontrollstellen in der Schweiz vorbeugen. Deren Zukunft ist jedoch nicht gesichert.

Dieser Inhalt wurde am 01. Oktober 2001 - 12:57 publiziert

"Der Verzehr von wild gewachsenen Pilzen ist nicht ohne Risiken", warnte die Schweizerische Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane (VAPKO) im September. Ein Aufruf, der offenbar ernst genommen wird: Bei den Kontroll-Stellen häuften sich jetzt die Anfragen, sagt VAPKO-Präsident Peter Kaupp.

In der Deutschschweiz gibt es derzeit 350 amtliche Pilzkontroll-Stellen. 70 sind es in der Romandie, 10 im Tessin. Die Kontrollen sind vielerorts gratis, Experten prüfen oft auch am Wochenende das Sammelgut.

Kontrollstellen gefährdet?

Bis anhin ist die Kontrolle von Privatsammelgut den Kantonen überlassen worden, wie es in der Pilzverordnung festgehalten ist. Eine eigentliche Verpflichtung zum Unterhalt der Kontrollstellen bestand nicht. Die Verordnung über Speisepilze soll nun aber im Rahmen der Revision der Lebensmittel-Verordnung gestrichen werden. So verschwindet die bisherige gesetzliche Grundlage.

Damit könnte die Hemmschwelle zur Abschaffung der Kontrollstellen kleiner werden, meint Urs Bänziger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Welche Auswirkungen diese Streichung auf die privaten Sammler hat, sei zurzeit jedoch nicht absehbar.

Die Pilzkontroll-Stellen seien eine gute Einrichtung, sagt Susanne Schnors-Huber, Oberärztin beim Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum. Sie weist darauf hin, dass in diesem Jahr bis jetzt nur eine Pilzvergiftung tödlich geendet habe. Ansonsten seien relativ wenig Erkrankungen aufgetreten.

Pilz-Lobby fordert neue gesetzliche Basis

Auf Bundesebene ist nun das Projekt Pisa (Pilzsicherheit für alle) in die Wege geleitet worden, das die Risikosituation in der Schweiz untersuchen und Massnahmen erarbeiten soll. Für die Pilz-Lobby hingegen ist klar: Es muss eine neue gesetzliche Basis für die Kontrollstellen geschaffen werden. "Wenn nötig wird die Angelegenheit vor das Volk gebracht", kündet Kaupp an.

Die Pilzkontroll-Stellen hätten in den letzten Jahren auch viel Aufklärung zu betrieben, sagt er weiter. So würden Sammler, die "abräumen", bei den Kontrollen zurechtgewiesen.

Hingewiesen werde von den Kontrollstellen auch auf die verschiedenen Pilzschutz-Verordnungen, die beachtet werden müssen. Insgesamt 18 davon gibt es in der Schweiz. Die Schutzvorschriften sind nicht in allen Kantonen gleich. Vielerorts gelten zu Beginn jedes Monats Pflückverbote.

Trotz gutem Start schlechtes Jahr

Die diesjährige Pilzsaison hat den Sammlerinnen und Sammlern bis jetzt nur dürftige Erträge beschert. Zwar seien bereits im Juni in den Bergen erste Steinpilze gesichtet worden, sagt Simon Egli, Leiter der Forschungseinheit Pilze und Mykorrhiza der Eidgenössichen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft. Dies sei wohl auf die ausgiebigen Niederschläge im Frühling zurückzuführen.

Im August und Anfang September habe sich dann eine Flaute abgezeichnet. Die Böden seien im Moment gesättigt, so Egli weiter. Sollten die Temperaturen im Oktober erneut in die Höhe klettern, kann nochmals mit einem "Schub" gerechnet werden."

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.