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NEW YORK (awp international) - Der auf Anleihen spezialisierten US-Vermögensverwalter Pimco warnt vor einer Haushaltskrise in den USA. "Es besteht dann die Gefahr einer ähnlichen Situation wie nach dem Kollaps von Lehman Brothers 2008", sagte Mohamed El-Erian, Pimco-Chef im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Noch in dieser Woche laufen die Zahlungsermächtigungen der US-Regierung nach dem aktuellen Haushaltsgesetz aus. Gelingt den Parteien im Kongress diese Woche nicht noch ein Kompromiss im Haushaltsstreit, fehlen der Regierung in Washington ab Freitag die Mittel, um die Arbeit von Ministerien und Behörden zu finanzieren. Die Regierung macht faktisch dicht. Zuletzt gab es dies in den 90er Jahren. Damals war das kein grosses Problem.
Wegen der hohen Verschuldung der USA wäre das dieses Mal jedoch anders, meint der ehemalige IWF-Topmanager El-Erian. "Angesichts der heutigen Rahmenbedingungen wäre das schlimmer, die Folgen unabsehbar."
El Erian sieht folgende Gefahr: ?Wenn die Regierung ihre Gläubiger und Lieferanten nicht mehr bezahlen kann, ist dies ein so genannter technischer Default. Folgendes könnte passieren: Die Regierung kann den einen Lieferanten oder ein Schuldpapier nicht bedienen. Ein anderer Gläubiger oder Lieferant prüft seine Papiere und stellt fest, dass er in diesem Fall das Recht hat, seine Forderungen sofort fällig zu stellen.?
Man könne nicht abschätzen, wie viele Vertragspartner diese Situation ausnutzen würde, so El-Erian. Er setzt auf die Vernunft der Politiker. ?Die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierung dicht machen muss, ist vielleicht nicht gross. Aber die Folgerisiken sind es", sagte er. Das müssten die Entscheider begreifen.
Die beste Lösung wäre aus El Erians Sicht mehr als nur eine kurzfristige Reparatur des laufenden Haushalts und eine Anhebung des Schuldenlimits von derzeit 14,3 Billionen Dollar, das die USA bald erreichen: "Das beste Szenario wäre, wenn das Schuldenlimit angehoben und gleichzeitig Grundsätze für eine mittelfristige Reform der Staatsfinanzen beschlossen würden. Diese müssten Einnahmeerhöhungen und Ausgabenkürzungen beinhalten. Aber ich bin wegen der politischen Lage wenig optimistisch, dass das funktioniert."/jsl/he

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