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Pläne für Post-Bank reifen

Die Post will bereits ab 2002 als Bank ins Kreditgeschäft einsteigen. Dies sei ein notwendiger Schritt, um das Überleben der Post zu sichern, sagte Post-Chef Ulrich Gygi am Donnerstag (30.11.) in Bern. Die Vorbereitungen laufen.

Dieser Inhalt wurde am 30. November 2000 - 17:12 publiziert

Der Zahlungsverkehr sei neben der Briefpost das lukrativste Geschäft der Post, sagte Gygi vor den Medien. Die Post habe vom Bundesrat den Auftrag, den Service public kostendeckend zu erbringen.Deshalb müsse die Post in den Bankensektor drängen, wo es etwas zu verdienen gebe.

Die Postfinance AG könne den Service-Public-Beitrag im Zahlungsverkehr nur leisten, wenn sie ihrer Kundschaft konkurrenzfähige Dienstleistungen anbiete. Ausserdem könnten keine Gesamtkundenbeziehungen aufgebaut werden, womit eine Abwanderung der Kundschaft drohe. Mit dem Einstieg ins Kreditgeschäft würde dies geändert.

Als Zielgruppe nannte der stellvertretende Leiter von Postfinance, Jürg Bucher, Private sowie die Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) in den Bereichen Hypothekar- und Investitionskredite. Bei der Nutzung käme dem bestehenden Poststellennetz eine tragende Rolle zu. Dort sollen gelbe Beratungszonen eingerichtet werden. Für die KMU stehen die sieben Verkaufsregionen als Beratungs- und Verkaufsstellen zur Verfügung.

Rund 2 Milliarden Franken Eigenkapital

Im Zuge des stark zunehmenden E-Business und E-Banking würde auch das Internet als Transaktionsmittel gestärkt werden. Als Eigenkapital bedürfte die Postfinance AG zwischen 1,5 und zwei Mrd. Franken, das der Bund als Investition - nicht Subvention - einschiessen müsste. Die Postbank würde dem Bankengesetz unterstellt, sagte Bucher. Es gäbe keine Staatsgarantie, obwohl sie zu 100 Prozent im Besitz des Bundes sein wird. Für Postfinance werde damit der Wettbewerb im Kreditgeschäft härter, aber auch fairer.

Der Bundesrat wird als nächstes eine entsprechende Botschaft zur Schaffung der Postbank verabschieden, die anschliessend in die Vernehmlassung geht. Das Retailgeschäft werde nicht zum Goldesel, dank dem sich das mit 500 Mio. Franken defizitäre Poststellennetz finanzieren liesse, sagte Gygi. Es werde im Januar bekannt gegeben, was mit den einzelnen Poststellen geschehe.

Über mögliche Schliessungen sagte Gygi nichts. Das künftige Netz werde drei verschiedene, nach Leistungen und Grösse abgestufte Poststellen vorsehen. In der grössten Poststelle könnten Kunden sämtliche zur Verfügung stehenden Dienstleistungen der Post in Anspruch nehmen.

Die nächst kleinere Stufe entspreche der heutigen Standard-Poststelle. Für die kleinste Poststelle werden gemäss Gygi vierverschiedene Modelle diskutiert. Und zwar eine normale Poststelle mit reduzierten Öffnungszeiten, eine mobile motorisierte Poststelle, die Übertragung der Post-Funktion an lokale Dritte oder der Ausbau der klassischen Briefträgerfunktion auf weitere Dienstleistungen.

swissinfo und Agenturen

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