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Polarisierung der Politik setzt sich in St. Gallen fort

CVP-Regierungsrat Anton Grüninger gibt seinen Verzicht auf den zweiten Wahlgang bekannt.

(Keystone)

SP und Grüne haben die Grossratswahlen im Kanton St. Gallen gewonnen. FDP und CVP verloren Sitze.

CVP-Regierungsrat Grüninger wurde als einziger Bisheriger nicht wiedergewählt. Zum zweiten Wahlgang tritt er nicht mehr an. Die SVP hat den Einzug in die Regierung wiederum verpasst.

Beim ersten Test nach den Nationalratswahlen haben sich bei den Gesamterneuerungswahlen im Kanton St. Gallen die Wahlsiege von links und rechts sowie die Wahlschlappen für die Bürgerlichen bestätigt. SP und SVP legten im Grossrat zu, verpassten vorerst aber den Sprung in die Regierung.

Die SP machte acht Sitze gut und verfügt neu über 35 Mandate. Die Grünen legten vier Sitze zu und stellen künftig sechs Parlamentarier. Ein neuerlicher Erdrutschsieg der SVP blieb hingegen aus. Zwar gewann die Partei bei den Grossratswahlen drei Sitze hinzu. Mit 45 Mandaten blieb sie allerdings immer noch klar hinter der CVP, die mit sieben Sitzverlusten und neu 55 Sitzen immer noch klar stärkste Partei ist.

Grösste Verliererin bei den Grossratswahlen ist die FDP. Sie büsste acht Sitze ein und stellt nur noch 32 Parlamentarier. Zum Verhängnis dürfte dem St. Galler Freisinn wohl der Machtkampf um das Präsidium der Mutterpartei geworden sein.

Gestiegener Frauenanteil

Dem neu gewählten St. Galler Kantonsrat gehören 46 Frauen an, zehn mehr als bisher. Der Frauenanteil steigt damit auf 25,6%. Den höchsten Frauenanteil weisen die Wahlkreise St. Gallen (28,9%) und Sarganserland (26,7%) auf.

Im Toggenburg holten Frauen 27,8% der Sitze, im Wahlkreis Rorschach 26,7%, im Wahlkreis See-Gaster 26,1%. Schlechtere Frauenvertretungen weisen das Werdenberg (23,1%) und der Wahlkreis Wil (22,2%) auf. Schlusslicht ist das Rheintal mit 20%.

CVP-Wahlschlappe

Bei den Regierungsratswahlen kommt es zu einem zweiten Wahlgang. CVP-Gesundheitsdirektor Anton Grüninger fuhr eine regelrechte Wahlschlappe ein. Er verpasste als einziger Bisheriger das absolute Mehr und musste von den zehn Kandidaten mit 35'666 Stimmen das zweitschlechteste Resultat verbuchen.

Grüninger war nach mehreren Spitalschliessungen unter Beschuss geraten. Nach der Teilprivatisierung der St. Galler Spitäler wird derzeit die Schliessung von einigen Landspitälern diskutiert. Das schlechte Wahlergebnis Grüningers ist Ausdruck des Unmuts in den Regionen.

Auch SVP und SP scheiterten am allgemeinen Mehr

Besser als Grüninger schnitten sowohl die SP-Kandidatin und Kantonsrätin Heidi Hanselmann als auch der SVP-Herausforderer Ernst Jörin - ein Neuling in der Politik - ab. Beide verpassten jedoch das absolute Mehr ebenfalls deutlich. Bereits vor vier Jahren hatte die CVP eine ähnliche Schlappe hinnehmen müssen. Damals wurde die CVP-Volkswirtschaftsdirektorin und Fast-Bundesrätin Rita Roos abgewählt.

Die FDP konnte bei den Regierungsratswahlen hingegen ihre drei Sitze behaupten. Die Freisinnige Karin Keller-Sutter verbuchte mit 78'636 Stimmen sogar das beste Ergebnis. Baudirektor Willi Haag (FDP) kam auf Platz zwei. Regierungsratspräsident und Erziehungsdirektor Hans Ulrich Stöckling schnitt bei den Wiedergewählten allerdings am schlechtesten ab. Der 63-jährige Freisinnige war als Sesselkleber kritisiert worden. Stöckling ist bereits 16 Jahre im Amt.

Wer für die CVP und die SVP in den zweiten Wahlgang steigen wird, wird in den kommenden Tagen von den Delegiertenversammlungen bestimmt. Zur Verfügung stellten sich bisher CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz sowie der St. Galler CVP-Fraktionschef Armin Eugster. Die Wahlbeteiligung lag bei 36%.

Gemischte Reaktionen

Die SP Schweiz hat sich erfreut gezeigt über das Abschneiden der Linken bei den Gesamterneuerungswahlen im Kanton St. Gallen. FDP und CVP reagierten enttäuscht über die Einbussen ihrer Kantonalparteien. Die SVP zeigte sich wenig erstaunt. Für den zweiten Wahlgang rechnet sie nicht mit dem Einzug in die Regierung.


swissinfo und Agenturen

Fakten

Die SP ist Wahlsiegerin bei den St. Galler Grossratswahlen. Sie gewann acht Sitze hinzu und verfügt neu über 35 Sitze im 180-köpfigen Kantonsparlament. Im Jahr 2000 war sie mit acht Sitzverlusten noch grösste Verliererin.
Eine Wahlschlappe erlitt die FDP. Sie verlor insgesamt acht Sitze und verfügt im 180-köpfigen Parlament neu nur noch über 32 Mandate.
Die CVP büsste zwar sieben Sitze ein, bleibt aber mit 55 Mandaten nach wie vor stärkste Partei.
Die SVP gewann demgegenüber drei Sitze und stellt neu 45 Parlamentarier. Vor vier Jahren hatte die SVP noch 23 Sitzgewinne verbuchen können.
Vier Sitze zulegen konnten die Grünen. Sie stellen neu sechs Vertreter. Übrige und EVP haben neu sieben Sitze.

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