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Während die internationale Gemeinschaft über die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen nachdenkt, stossen Truppen des bedrängten Staatschefs Gaddafi in von Aufständischen kontrollierte Gebiete im Osten des Landes vor.
TRIPOLIS/BENGASI (awp international) - Truppen des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi versuchen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Am Mittwoch lieferten sie sich mit Aufständischen heftige Kämpfe um die Öl-Stadt Al-Brega im Osten des Landes. Während Gaddafi sich von seinen Anhängern in Tripolis feiern liess, versuchten weiterhin Tausende, aus dem Land zu fliehen. Die USA prüfen weiter militärische Optionen. US-Verteidigungsminister Robert Gates äusserte sich aber skeptisch zur Einrichtung einer Flugverbotszone. Erstmals seit Tagen trafen auf der italienischen Insel Lampedusa wieder Flüchtlinge aus Nordafrika ein.
Das libysche Staatsfernsehen zeigte am Mittwoch aus Tripolis Bilder von einer Feier zum "34. Jahrestag der Herrschaft des Volkes", die in einem Festsaal der Hauptstadt stattfand. Gaddafi wirkte gelöst und zufrieden, während seine Anhänger "Gott, Muammar, Libyen und sonst nichts" riefen. Gaddafi hatte sich 1969 an die Macht geputscht und 1977 die Staatsgewalt symbolisch in die Hand des Volkes gelegt.
In der al-Brega - im Sirte-Becken westlich der von Aufständischen eingenommenen Stadt Adschdabija - dauerten die Kämpfe am Mittwochmittag an. Gaddafi-treue Truppen hatten den Flughafen der Stadt bereits am Dienstagabend angegriffen. Medienberichte, wonach die Soldaten das Flugfeld unter ihre Kontrolle gebracht hätten, wurden von den Aufständischen zurückgewiesen.
Die Truppen seien zurückgedrängt worden, sagte der zu den Regimegegnern übergelaufene Polizeikommandeur Nuri al-Obeidi aus Bengasi der Nachrichtenagentur dpa. Die Gaddafi-Gegner würden dabei Waffen benutzen, die sie von der libyschen Armee erbeutet hätten.
Aus gut informierten Kreisen in Tripolis hiess es, Gaddafis Truppen "umzingelten" al-Brega. Über der Stadt würden Kampfflugzeuge kreisen. Luftangriffe habe es zunächst aber nicht gegeben. Dies werde wegen der Öl-Anlagen als zu gefährlich eingestuft, hiess es in der Hauptstadt. Al-Brega verfügt über einen Öl-Hafen und eine Raffinerie.
US-Verteidigungsminister Gates hält ein militärisches Eingreifen in Libyen derzeit kaum für möglich. Es gebe keine Übereinkunft mit der Nato über einen Einsatz von Militär, sagte er am Dienstag in Washington. Die USA wollten nicht in einen Krieg im Nahen Osten ziehen.
Der Pentagonchef bekräftigte zwar, dass die USA eine Reihe von Militäroptionen prüften. Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen. Alle Optionen über humanitäre Massnahmen und Evakuierungen hinaus seien "sehr komplex". Selbst die Einrichtung einer Flugverbotszone wäre mit grossem Aufwand verbunden, der zwangsläufig zu militärischen Operationen führen könne.
An der libysch-tunesischen Grenze wurden am Mittwoch erneut mehrere tausend Flüchtlinge erwartet. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bemühte sich, Zelte in der Grenzregion aufzubauen. Die türkische Regierung hat bislang bereits mehr als 21.500 Menschen aus Libyen herausgeholt. Darunter seien vor allem türkische Staatsbürger, aber auch fast 3000 andere Ausländer, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch den Krisenstab in Ankara.
Knapp 350 nordafrikanische Flüchtlinge aus Tunesien erreichten in der Nacht zum Mittwoch auch die italienische Insel Lampedusa. Ob es sich bei den Flüchtlingen nur um Tunesier oder auch um geflohen Libyer handelt, war zunächst unklar. Mitte Februar hatten in nur wenigen Tagen mehr als 5000 Menschen aus Tunesien die Insel erreicht. Schlechtes Wetter hatte in den vergangenen Tagen weitere Überfahrten verhindert. Lampedusa liegt nur etwa 130 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt und ist wegen der geografischen Lage seit langem ein "Tor nach Europa"./as/abc/cn fi/DP/tw

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