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MOSKAU (awp international) - Im Gemüsestreit mit der Europäischen Union wegen der EHEC-Epidemie hat Russlands Regierungschef Wladimir Putin mit weiteren Handelsbeschränkungen gedroht. Russland sei jederzeit bereit, seinen Markt aus Sicherheitsgründen zu schliessen, sagte Putin am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax. Der oberste Amtsarzt Gennadi Onischtschenko "reibt sich bereits die Hände und wartet auf Anweisungen", sagte Putin. Zudem warf Putin der EU bei den Verhandlungen über einen Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO Doppelmoral vor.
In den Gesprächen gehe es unter anderem auch um Hygienestandards bei Fleisch, sagte der Ex-Kremlchef im südrussischen Rostow am Don. Er verlangte, dass russische Waren leichter Zugang zu westlichen Märkten erhielten. In der EU und in den USA gebe es "soviel Bürokratie, wie wir es uns nicht hätten träumen lassen". Die Zulassung russischer Produkte dauere mitunter Jahre.
Bei den WTO-Verhandlungen müssten die Interessen der einheimischen Hersteller und Verbraucher streng berücksichtigt werden, sagte Putin. Beobachter sehen in dem wegen des gefährlichen Darmkeims Anfang Juni eingeführten Importstopp für EU-Gemüse auch politische Machtspiele Moskaus. Der Regierungschef forderte sein Kabinett auf, russische Waren aggressiver als bislang zu vermarkten. "Westliche Produzenten haben den russischen Lebensmittelmarkt über Jahre als ihr Lehensgut betrachtet, wo alles erlaubt ist", sagte Putin./bvi/mau/DP/jkr

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