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Helmut Schmidt "Er prägte Deutschland wie kaum ein anderer"

Für einmal ohne Zigarette: Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt an einer Parteiversammlung der SPD im Dezember 2011 in Berlin.

(Reuters)

Die Trauer um den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt, der am 10. November 2015 im Alter von 96 Jahren gestorben ist, geht weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Auch in der Schweiz löste sein Tod grosse Betroffenheit aus.

"Schnauze, Herz und Zigaretten", titelt die Berner Zeitung. Während des deutschen Herbstes 1977, als linksextremer Terror die Bundesrepublik Deutschland zu zerreissen drohte, habe sich Helmut Schmidt als "Kapitän In der Krise" behaupten können. Und der Mann mit der Zigarette sei bis heute ein hellwacher Politanalyst geblieben. "Seine Rauchzeichen von der Alster werden Deutschland und der Welt fehlen."

Als "hartnäckigen Impulsgeber" bezeichnet die Neue Zürcher Zeitung den Verstorbenen, der von 1974 bis 1982 die Geschicke der BRD lenkte. Er habe "Anerkennung und Bewunderung weit über seine Sozialdemokratische Partei hinaus" genossen und sei "durch Voraussicht und Selbstbewusstsein" hervorgestochen.

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Fernsehen SRF, Tagesschau vom 10.11.2015: Tod von Helmut Schmidt

Für den Zürcher Tages-Anzeiger und den Berner Der Bund war Schmidt "der fähigste Kanzler". Der Mann aus einer kleinbürgerlichen Familie sei "als studierter Nationalökonom der für sein Amt am besten ausgebildete Regierungschef" gewesen, "den Deutschland jemals hatte". Als "Modernisierer" sei er "der Vernunft verpflichtet" gewesen.

Und: "Je länger seine Regierungszeit zurücklag, desto mehr liebten ihn die Deutschen – und zwar alles an ihm, seine Arroganz, seine lakonischen Sprüche, seine ewige, politisch völlig inkorrekte Raucherei und natürlich auch seine Frau Loki, mit der er fast 70 Jahre verheiratet war. Es schien, als hätten die Deutschen am Ende verstanden, dass Helmut Schmidt vielleicht nicht der grösste Kanzler der Bundesrepublik war. Aber sicher der fähigste", so Bund und Tagi.

Mit der Schweiz allerdings habe ihn wenig verbunden. "Eine 'special relationship' wie unter Helmut Kohl gab es jedenfalls nicht." Schmidt habe sich als Weltpolitiker verstanden, zitieren die beiden Blätter den Sozialdemokraten Tim Guldimann, bis Mai 2015 Schweizer Botschafter in Berlin und ab der nächsten Ratssession der erste Auslandschweizer Nationalrat. Und SRG-Generaldirektor Roger de Weck, der lange für die Hamburger Wochenzeitung Die Zeit gearbeitet hat, meint: "Helmut Schmidt und die Schweiz – das war vor allem Helmut Schmidt und Max Frisch."

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Fernsehen SRF, Tagesschau vom 10.11.2015: Die Schweiz würdigt Helmut Schmidt

Gegenüber dem Westschweizer Radio RTS sagte der ehemalige sozialdemokratische Bundesrat Moritz Leuenberger, Schmidt sei gleichzeitig "ein Praktiker gewesen, der keine Angst davor hatte, sich in der Alltagspolitik die Hände schmutzig zu machen, aber auch ein grosser Denker".

Unter dem Titel "Ein fester Bezugspunkt für die moderne Sozialdemokratie" unterstreicht der Kommentator des Corriere del Ticino: "Helmut Schmidt gehört zu jener Kategorie Politiker, die nicht vergessen werden. Nicht nur für seine originelle Art und Weise der Lebenshaltung, sondern auch und vor allem für die Relevanz seiner politischen Positionen in Deutschland und Europa."

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Radio SRF, Echo der Zeit vom 10.11.2015: Nachruf auf Helmut Schmidt

swissinfo.ch und SRF

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