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Schriftsteller fordert "Eigentlich müssten die Ausländer einen Bundesrat haben"

Ein Mann blickt grimmig in die Kamera

Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss.

(Keystone)

Im Vorfeld der Bundesratswahl vom Mittwoch formuliert der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss eine brisante Idee: Weil ein Drittel der Bevölkerung in der Schweiz einen ausländischen Pass hat, müsste einer der sieben Bundesräte Ausländer sein.

Der Schriftsteller Lukas Bärfuss ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn es um Kritik an der Schweiz geht. Unvergessen ist sein Wut-Essay "Die Schweiz ist des Wahnsinnsexterner Link", in dem er in einer deutschen Zeitung mit der Schweiz in einem Rundumschlag abrechnete.

Nun hat Bärfuss erneut mit einer brisanten These auf sich aufmerksam gemacht. Am Mittwoch wählt das Schweizer Parlament einen neuen Bundesrat. In der Debatte ging es unter anderem darum, dass die italienischsprachige Region der Schweiz wieder im Bundesrat vertreten sein sollte. In einem Interview mit der "Nordwestschweiz"externer Link sagte Bärfuss nun: "Natürlich ist es legitim, dass die Tessiner einen Bundesrat wollen. Aber eigentlich müssten davor die Ausländer einen Bundesrat haben."

Lukas Bärfuss

Der bekannte Schweizer Schriftsteller und Dramatiker Lukas Bärfussexterner Link wurde 1971 in Thun geboren. Er hat zahlreiche Romane und Theaterstücke geschrieben, in denen er aktuelle und verstörende Themen aufgreift, sei es die Rolle der Entwicklungshilfe beim Völkermord in Ruanda, den Suizid seines Bruders, Stalking oder das Sexualleben einer geistig behinderten jungen Frau. Bärfuss lebt mit seiner Familie in Zürich.

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Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung sei ausländisch und habe deshalb niemals die Gelegenheit, in die Nähe eines Bundesratssitzes zu kommen. Laut Bärfuss ist es wichtig, dass die gesamte Bevölkerung in der Landesregierung abgebildet wird. "Warum soll ein Mensch, der hier lebt, arbeitet, seine Kinder zur Schule schickt, Steuern bezahlt, nicht politisch mitbestimmen können?", so Bärfuss.

Auf den Einwand des Journalisten, dass die Staatsangehörigkeit eine Art Loyalitätsbekenntnis sei, sagte Bärfuss: "Einverstanden. Aber ich wurde nie nach dieser Loyalität gefragt. Ich war Schweizer, bevor ich überhaupt einen Namen hatte." Verbundenheit mit der Gesellschaft sei zentral, hänge aber nicht vom Pass ab.

Lukas Bärfuss' Forderung ist einigermassen utopisch: Die Schweizer Bundesverfassung sieht vor, dass nur Schweizer Bürgerinnen und Bürger in den Bundesrat wählbar sind. In wenigen Kantonen haben Ausländer auf kommunaler und teilweise kantonaler Ebene ein Stimm- und Wahlrechtexterner Link. Auf Bundesebene sorgte bereits die Doppelbürgerschaft einiger Bundesratskandidaten für eine Polemik, weil ihre Loyalität zur Schweiz in Frage gestellt wurde. Ein ausländischer Bundesrat ist in der Schweiz zurzeit politisch schlicht undenkbar.

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