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Politikermord schockiert

Der Mord an Pin Fortuyn ist praktisch auf allen Frontseiten ein Thema.

(swissinfo.ch)

Die Schweizer Zeitungen nehmen den Mord am holländischen Rechtspopulisten Pim Fortuyn mit Besorgnis zur Kenntnis.

"Rechtspopulist in den Niederlanden ermordet", titelt die "Neue Zürcher Zeitung". Und in der "Neuen Luzerner Zeitung" heisst es: "Die Niederlande unter Schock."

Gegen politische Korrektheit

Nur neun Tage vor der Parlamentswahl in den Niederlanden fiel der rechtsextreme Politiker Pim Fortuyn am Montag einem Attentat zum Opfer. Er sei ein "berechnender Tabubrecher" gewesen, schreibt die "Berner Zeitung", einer der sich mit Erfolg allen Regeln der politischen Korrektheit widersetzte.

Und in "Le Temps" heisst es: "Pim Fortuyn s'était posé en grand défenseur du libéralisme néerlandais. Mais là s'arrêtait son goût de la tolérance." - Pim Fortuyn habe gerne den grossen Verteidiger des niederländischen Liberalismus markiert. In dieser Pose habe sich Fortuyns Sinn für Toleranz dann allerdings auch schon erschöpft.

Mann der Protestwähler

Mit dem Mord sei eine "One-Man-Show" zu Ende gegangen, schreibt der "Tages-Anzeiger": "(Pim Fortuyn) war der Mann der Protestwähler. Mit Tiraden gegen Ausländer und die Classe politique gewann Pim Fortuyn die Sympathien vieler Niederländer."

Laut "Bund" schlug mit dem Attentat der von Fortuyn verbreitete Hass auf den Politiker selbst zurück: "Fortuyn säte und erntete Hass."

Gefährdete "Insel der Toleranz"

Der Mord an Pim Fortuyn sei für Holland ein schwerer Schock, schreibt der "Bund"-Kommentator. Das Land habe in Europa lange Zeit als "Insel der Toleranz" gegolten, da es die Eheschliessung von Homosexuellen ebenso billigte wie die geregelte Prostitution, die aktive Sterbehilfe und den Verkauf weicher Drogen:

"Jetzt müssen sich die Politiker und die Bevölkerung damit auseinander sezten, dass die viel gepriesene Toleranz offenbar nicht sehr weit entwickelt war. Fortuyn brachte den unterschwelligen Rassismus im Land an die Oberfläche."

Zivilcourage gefragt

Das politische Klima in Europa sei gefährdet, schreibt der Kommentator der "Neuen Luzerner Zeitung". Der Mord auf offener Strasse mahne an die Welle von Gewalt, welche in den sechziger Jahren insbesondere die USA heimsuchte und damals vornehmlich Bürgerrechtler traf: "Die Zeiten haben sich allerdings geändert ... . Heute kommt die politische Herausforderung im allgemeinen Empfinden von rechts."

Angesichts des Extremismus dürfe nicht geschwiegen werden: "Wenn die zivile Gesellschaft überzeugen soll, muss sie auch fähig bleiben, radikalen Herausforderungen mit zivilen Mitteln zu begegnen: mit Zivilcourage und ohne Gewalt."

Felix Münger

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