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Polizei durchsucht Büros der Credit Suisse Financial Products (CSFP) in Tokio

Die CS-Group schreibt in Japan weiter Schlagzeilen. In Tokio hat die Polizei die Büros der Credit Suisse Financial Products (CSFP) durchsucht. Die Konzernzentrale in Zürich zeigte sich über das Vorgehen der japanischen Polizei erstaunt.

Dieser Inhalt wurde am 14. Oktober 1999 - 14:02 publiziert

Die japanische Polizei hat die Büros der Credit Suisse Financial Products (CSFP) in Tokio durchsucht. Das bestätigte die CSFP am Donnerstag (14.10.) in Japans Hauptstadt. Die Konzernzentrale in Zürich zeigte sich über das Vorgehen der japanischen Polizei erstaunt. Im japanischen Fernsehen hiess es, ungefähr 50 Polizisten hätten die Räumlichkeiten durchsucht.

Die Durchsuchung steht offenbar im Zusammenhang mit dem Vorwurf, die Bank habe die Ermittlungsarbeiten der japanischen Finanzaufsicht behindert. Die Untersuchungen hatten zum Entzug der Banklizenz für die CSFP und zu Sanktionen in einzelnen Geschäftsfeldern anderer Credit Suisse- Gesellschaften geführt.

Die CS-Group sei überrascht über das Vorgehen der Polizei in Tokio, sagte Mediensprecherin Regula Arrigoni auf Anfrage. "Die Hintergründe der Massnahme sind für uns im Moment völlig unklar", betonte sie in einer ersten Stellungnahme. Es sei deshalb unmöglich, das Vorgehen der Polizei zu kommentieren.

Erstaunt sei man vor allem, weil die Untersuchung der Financial Supervisory Agency (FSA) Ende Juli abgeschlossen worden sei. Die CSFP arbeite gegenwärtig daran, ihre Geschäfte zu liquidieren, sagte Arrigoni weiter.

Für die japanische FSA scheint der Fall allerdings noch nicht ad acta gelegt zu sein: Ende August, rund einen Monat nach dem Vorlegen des Untersuchungsberichtes, hatte der FSA-Chef Hideichiro Hamanaka vor den Medien angedeutet, dass eine Anzeige gegen die Credit Suisse Group vorbereitet werde.

Mit dem Coup der Tokioter Polizei bleibt der Schweizer Finanzkonzern in Japan in den Schlagzeilen. Der materielle Schaden ist zwar gering, der Imageschaden dafür umso grösser.

Am 20. Januar 1999 hatte die FSA ihre Untersuchung gegen mehrere Tochtergesellschaften der CS, darunter die CSFP und die Credit Suisse First Boston (CSFB) eingeleitet. Im Verlauf der Ermittlungen wurden CS-intern Massnahmen gegen führende Angestellte in Tokio und London ergriffen. Einige von ihnen mussten gehen.

Als Antwort auf den FSA-Schlussbericht Ende Juli beschloss die zuständige Financial Reconstruction Commission (FRC) Sanktionen gegen die Filialen des CS-Konzerns. Ende September schliesslich verhängten die Tokioter Börse und der Verband der Wertpapierhändler zusätzlich Bussen in Höhe von 23 Mio. Yen (rund 335'000 Franken).

SRI und Agenturen

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