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STUTTGART (awp international) - Das Porsche-Management hält ungeachtet juristischer Auseinandersetzungen und ungeklärter Steuerfragen an der Integration von Porsche in den VW-Konzern fest. "Unser gemeinsames Ziel ist und bleibt die Verschmelzung", bekräftigte Vorstandschef Martin Winterkorn, der in Personalunion auch den VW-Konzern führt, auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Stuttgart. Als nächster Schritt stehe die geplante direkte Kapitalerhöhung über fünf Milliarden Euro bei der Porsche SE an. "Die Vorbereitungen dafür liegen voll im Plan."
Bis Ende Mai soll die Kapitalerhöhung ? jeweils zur Hälfte über Stamm- und Vorzugsaktien - über die Bühne gehen. Auch mögliche Marktverwerfungen aufgrund der aktuellen Situation in Japan sei kein Grund, von den Planungen abzuweichen, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Der Konzern will mit dem frischen Geld seinen Schuldenberg von 6,34 Milliarden Euro abtragen ? eine Voraussetzung für die geplante Verschmelzung mit dem VW-Konzern.
An der Kapitalerhöhung wird sich voraussichtlich neben den Porsche-Eignerfamilien Porsche und Piech auch das Emirat Katar beteiligten. Entsprechend des 10-Prozent-Anteils des Golfstaats an den Porsche-Stammaktien würden auf Katar 250 Millionen Euro entfallen, erläuterte Pötsch. Ein Aufschub der Kapitalerhöhung ist wegen laufender Fristen nicht möglich. Die Hauptversammlung hatte den Plänen im vergangenen November zugestimmt. Der Konzern steht zudem unter Zeitdruck, weil Ende Juni eine Kredittranche über 2,5 Milliarden Euro fällig wird.
Pötsch räumte ein, der Vorstand könne noch nicht mit Gewissheit sagen, welchen Weg die Porsche SE nehmen werde. Er halte eine Verschmelzung gegebenenfalls auch nach 2011 für denkbar. Wegen der juristischen und steuerlichen Risiken hatte der Konzern eingeräumt, die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Verschmelzung noch in diesem Jahr komme, liege nur noch bei 50 Prozent. Sollte es nicht zur Fusion kommen, haben sich beide Seiten über eine Optionsstruktur abgesichert. Diese ermöglicht die Übernahme der restlichen Hälfte des Sportwagengeschäfts von Porsche durch Volkswagen ab Ende 2012. Erst ab August 2014 ist dieser Weg ohne steuerliche Belastungen möglich. Zuvor könnte sich eine Steuerlast "von deutlich mehr als einer Milliarde Euro ergeben", sagte Pötsch.
Wegen der gescheiterten VW-Übernahme klagen Investoren in den USA und die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen das frühere Porsche-Management. Die US-Klagen von Hedgefonds hält Porsche für unzulässig und unbegründet. "Wir werden uns weiterhin mit allen juristischen Mitteln entschieden zur Wehr setzen", sagte Winterkorn. Das Berufungsverfahren vor einem New Yorker Gericht könnte sich nach Einschätzung des Finanzvorstands bis zu ein Jahr hinziehen. Die Stuttgarter Ermittlungen könnten indes bis Anfang 2012 dauern.
Im Rumpfgeschäftsjahr von August bis Dezember 2010 hatte die Porsche SE aufgrund der anziehenden Autonachfrage einen Gewinn von knapp 1,3 Milliarden Euro eingestrichen. Wegen der Veränderungen in der Beteiligungsstruktur sind die Vorjahreswerte nur schwer vergleichbar. Im Zuge der Integration in den VW-Konzern passt Porsche sein Geschäftsjahr nun dem Kalenderjahr an.
Auch im laufenden Geschäftsjahr (per Ende Dezember) soll ein positives Konzernergebnis vor Sondereffekten erreicht werden. Zu den Sondereffekten zählen die Bewertung des Anteils am Sportwagengeschäft von Porsche und die Optionen auf den möglichen Verkauf der übrigen Hälfte an VW. Unter dem Dach der Porsche SE ist die Beteiligung von knapp 51 Prozent an den VW-Stammaktien sowie von gut der Hälfte am Porsche-Sportwagengeschäft gebündelt.
Mit Blick auf das Jahr 2011 zeigte sich das Management zuversichtlich. Der Chef des Sportwagengeschäfts, Matthias Müller, verwies auf die ungebrochene Nachfrage zum Jahresbeginn. Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Erlöse den Rekordwert von 2009/10 übertreffen. Von der Erdbebenkatastrophe in Japan sieht sich der Hersteller aktuell nicht betroffen. "Wir sind voll handlungsfähig", sagte Müller. Auswirkungen auf die Lieferkette würden durch eine Arbeitsgruppe im Konzern überwacht, erläuterte Winterkorn. Der Konzern verfüge über ein weltweites Zulieferernetz, so dass im Krisenfall die Produktion bei anderen Lieferanten erhöht werden könnte. "Ich schliesse nicht aus, dass auch wir Probleme bekommen", sagte Winterkorn. Für die nächsten beiden Wochen sei man aber abgesichert./dct/tw

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