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(Meldung ergänzt um weitere Angaben)
Bern (awp/sda) - Bundesbern hat am Montag versucht, die Wogen um den Post-Verwaltungsratspräsidenten Claude Béglé zu glätten. Laut Postminister Moritz Leuenberger verlief Béglés Wahlverfahren "absolut korrekt". Die zuständige Ständeratskommission zeigte sich zufrieden mit diesen Erklärungen.
"Die Arbeit von Herrn Béglé wird sehr geschätzt", sagte Leuenberger im Anschluss an eine Sitzung der Fernmeldekommission des Ständerats (KVF) vor den Medien. Er sei froh, dass er vor der Kommission die Sachverhalte über die Vorkommnisse vor und seit der Wahl von Béglé zum Verwaltungsratspräsidenten habe richtig stellen können, sagte er und gab seinem Ärger über "die Schlammschlacht" Ausdruck.
"Das Auswahlverfahren ist absolut korrekt verlaufen", erklärte Leuenberger. Es habe alle nötigen und üblichen Schritte enthalten. So seien auch zu verschiedenen Zeitpunkten im Verfahren mehrere Referenzen eingeholt worden.
Dass der frühere Béglé-Chef Peter Kruse nicht um eine Referenz angegangen worden sei, entspreche den Tatsachen, sagte Leuenberger. Kruse wurde am Sonntag in den Medien mit schweren Vorwürfen an die Adresse seines früheren Untergebenen zitiert.
Da Kruse zum Zeitpunkt von Béglés Anstellungsverfahren nicht mehr dessen Chef gewesen sei, sei er nicht kontaktiert worden. Kruse sei nur eine von vielen möglichen Referenzpersonen gewesen.
Dass sich Kruse nun in den Sonntagsmedien negativ über Béglé äussere, erklärt sich Leuenberger mit Differenzen zwischen den beiden Männern, die aus der Zeit stammen, als beide bei der Deutschen Post arbeiteten.
Auch im Zusammenhang mit dem eigentlichen Auslöser der Kontroverse um Béglés Führungsqualitäten - der Entlassung von Post-CEO Michel Kunz Mitte Dezember -, verteidigte Leuenberger den Verwaltungsratspräsidenten.
Der Entscheid, sich von Kunz zu trennen, sei im Verwaltungsrat einstimmig mit 8 gegen 0 Stimmen bei einer Enthaltung gefallen, sagte er. Dass seither zwei Verwaltungsräte im Abstand von zwei Wochen ihren Rücktritt ankündigten, bezeichnete er als bewusste Inszenierung der Béglé-Gegner.
Es gehe nun darum, möglichst rasch wieder Ruhe einkehren zu lassen, sagte Leuenberger weiter. Deshalb sei eine Arbeitsgruppe damit beauftragt worden, die Ereignisse der letzten Wochen aufzuarbeiten und die Wahl von neuen Verwaltungsräten vorzubereiten.
Der Generalsekretär des Eidg. Departements für Umwelt, Energie und Kommunikation (UVEK), Hans Werder, sowie der Finanzverwalter Peter Siegenthaler hätten - anders als in einigen Medien fälschlicherweise kolportiert - keinesfalls die Aufgabe, das Anstellungsverfahren von Herrn Béglé zu untersuchen. Dazu bestehe kein Anlass.
Der Präsident der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) des Ständerats, Christoffel Brändli (SVP/GR) zeigte sich zufrieden mit Leuenbergers Erklärungen. Bundesrat Leuenberger habe glaubwürdig dargelegt, dass das Auswahlverfahren normal verlaufen sei, sagte er.
Brändli betonte jedoch, die Kommission habe nur das Wahlverfahren und nicht die Wahl selbst zu beurteilen. "Wir haben keine Bewertung von Herrn Béglé vorgenommen", sagte der Kommissionspräsident. "Das muss jetzt der Bundesrat tun."
Die Kommission wünscht im Übrigen wie der Bundesrat, dass rasch Ruhe einkehrt. Dazu sollen wie von Leuenberger angestrebt, die für Mai geplanten ordentlichen Gesamterneuerungswahlen für den Post-Verwaltungsrat vorgezogen werden. Die Situation sei "sehr unerfreulich", sagte Brändli. Es sei wichtig, dass rasch Lösungen gefunden würden.
cc

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