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BONN (awp international) - Die Deutsche Post hat dank des Postbank-Verkaufs im abgelaufenen Jahr den höchsten Gewinn seit ihrem Börsengang erzielt. Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern mehr als 2,5 Milliarden Euro - viermal so viel wie im Vorjahr und mehr als von Analysten erwartet. Dabei profitierte die Post von einem Bilanzierungseffekt. Die Aktionäre sollen mit einer um 5 Cent auf 65 Cent erhöhten Dividende an dem Erfolg teilhaben, wie die Post am Donnerstag in Bonn mitteilte. In den kommenden Jahren rechnet die Post auch im eigentlichen Geschäft mit deutlich steigenden Gewinnen.
"Wir sind sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis auf Wachstum eingestellt", sagte Vorstandschef Frank Appel. Dabei setzt die Post weiter auf die Sparten unter der Marke DHL. Das Express-Geschäft, das Frachtgeschäft und die Lieferketten-Logistik sollen von der wirtschaftlichen Erholung profitieren, die der Vorstand auch für 2011 erwartet. Die klassische Briefbeförderung dürfte angesichts der Konkurrenz durch E-Mails jedoch bestenfalls stagnieren. "Es wird künftig weniger Brief geben und mehr Paket, weniger physisch und mehr digital", sagte Brief-Vorstand Jürgen Gerdes. "Aber es wird immer Brief und Paket geben."
AKTIE IM ZICKZACK-KURS
Die Postbank-Aktie reagierte mit einem Zickzack-Kurs auf die Nachrichten. Nach einem Absturz im frühen Handel kletterte das Papier bis zum frühen Nachmittag um 1,39 Prozent ins Plus auf 13,115 Euro. Händler und Analysten lobten vor allem die höhere Dividende. Vom operativen Gewinn hatten sie sich jedoch mehr versprochen. Auch mit den Zielen für 2011 zeigte sich nicht jeder Experte zufrieden.
Mehr als die Hälfte ihres Rekordgewinns verdankt die Post ihrer früheren Tochter, der Deutschen Postbank, die inzwischen mehrheitlich zur Deutschen Bank gehört. Die Post hält allerdings noch Postbank-Anteile, die sie erst 2012 an die Deutsche Bank abgibt. Die dazu ausgegebene Umtauschanleihe stellt die Post beim Verkauf deutlich besser als den gewöhnlichen Postbank-Aktionär, denn der Konzern hat sich einen Verkaufspreis deutlich über dem derzeitigen Aktienkurs gesichert. Dieser Bucheffekt trieb den Post-Gewinn nun um mehr als 1,5 Milliarden Euro nach oben.
AUF WACHSTUM EINGESTELLT
Das eigentliche Geschäft des Konzerns lief insgesamt besser als vom Vorstand angekündigt. Während das Briefaufkommen weiter sank, liessen die Logistik-Sparten unter der Marke DHL den Umsatz um mehr als elf Prozent auf 51,5 Milliarden Euro klettern. Nachdem die Post den teuren Rückzug aus dem US-Geschäft verarbeitet hat, verdiente sie auch im operativen Geschäft wieder deutlich mehr. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen legte von 231 Millionen Euro auf 1,8 Milliarden Euro zu.
Im laufenden Jahr soll das EBIT auf 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro steigen. Den Postbank-Effekt herausgerechnet, soll auch der Überschuss erneut zulegen. Im Briefgeschäft rechnet der Vorstand damit, dass der operative Gewinn in diesem Jahr leicht auf 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro zurückgeht und sich künftig bei rund 1 Milliarde Euro stabilisiert.
Die DHL-Bereiche sollen in den kommenden Jahren kräftig zulegen. "Wir haben mit der Realisierung des Wachstumspotenzials bei DHL gerade erst begonnen", sagte Appel. Verdiente DHL im vergangenen Jahr operativ 1,1 Milliarden Euro und damit gleich viel wie die Briefsparte, sollen es im laufenden Jahr schon 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro sein. Bis zum Jahr 2015 soll der DHL-Gewinn pro Jahr im Schnitt um 13 bis 15 Prozent zulegen.
VORSTAND AUSGETAUSCHT
Bereits am Vorabend hatte die Post überraschend den zuständigen Vorstand für das Frachtgeschäft ausgetauscht. Der bisher zuständige Manager Hermann Ude musste Platz machen für Roger Crook der bislang in der Express-Sparte die Region Asien-Pazifik unter sich hatte. Vorstandschef Appel nannte unterschiedliche Auffassungen zur Geschäftsstrategie als Grund für den Wechsel. Die Bewertung von Udes Arbeit hielt Appel knapp: Der Manager habe "sicher auch Verdienste", und "dafür gebührt im Dank"./stw/wiz
--- Von Steffen Weyer, dpa-AFX ---

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