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KIRKEL (awp international) - Der Baumarktkonzern Praktiker hat im vergangenen Jahr Umsatz verloren und ist tiefer in die Verlustzone gerutscht. Kosten für den Konzernumbau und Rückstellungen für eine drohende Kartellstrafe in Polen sorgten dafür, dass sich der Verlust mit 33,6 Millionen Euro unter dem Strich mehr als verdreifachte. Der Umsatz ging um knapp 6 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zurück. "2010 war kein gutes Jahr für den Praktiker-Konzern", resümierte Vorstandschef Wolfgang Werner am Mittwoch anlässlich der Bilanzvorlage. Die Entwicklung im In- und Ausland sei nicht zufriedenstellend gewesen. Auch in diesem Jahr wird Praktiker seinen Umsatz allenfalls nur stabil halten. Der eingeleitete Konzernumbau soll ab 2012 erste Früchte tragen. An der Börse verhielt sich die im Mdax notierte Praktiker-Aktie unauffällig und pendelte zuletzt um ihren Vortagesschluss bei 8,49 Euro.
Praktiker betreibt 438 Märkte, zwei Drittel davon in Deutschland. Dazu zählen auch knapp 80 Märkte des übernommenen Kette Max Bahr. Im vergangenen Jahr verlor der Konzern hierzulande Marktanteile. Anders als in Auslandsmärkten wie Griechenland und Rumänien wo die Verbraucher aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Gesamtsituation ihre Ausgaben beschränkten, waren die Kunden in Deutschland durchaus gewillt Geld in Baumärkten auszugeben, nur eben bei der Konkurrenz. Die gesamte Branche hat nach Schätzungen des Branchenverbandes BHB 2010 ihren Umsatz um 2,8 Prozent steigern können.
ENDE DER RABATT-AKTIONEN
Praktiker erklärte seinen Umsatzrückgang im Inland mit dem bewussten Verzicht auf pauschale Rabattaktionen unter dem Motto "20 Prozent auf alles". Damit hatte der Konzern in der Vergangenheit seinen Umsatz zwar ankurbeln können, allerdings auf Kosten der Profitabilität. Bei den Kunden kam das Billig-Image, das sich der Konzern damit selbst verpasst hatte, zuletzt immer weniger gut an. In den jüngsten Umfragen zur Kundenzufriedenheit belegte Praktiker den letzten Platz. Vor allem die fehlende Beratung wurde bemängelt.
Im laufenden Jahr soll mit den Rabatten endgültig Schluss sein. Praktiker will stattdessen gezielt die Preise niedrig halten und mehr Produkte unter eigenem Logo in die Märkte bringen, die günstiger sind als die A-Marken der Hersteller. Darüber hinaus will Praktiker seine Märkte übersichtlicher gestalten und mehr Service bieten. Helfen soll beim neuen Markenauftritt Tennis-Legende Boris Becker, den Praktiker als Markenbotschafter verpflichtet hat und der ab sofort in Kampagnen zu sehen sein wird. Seit Februar können Praktiker-Artikel in einem eigenen Online-Shop auch per Mausklick geordert werden. Die Besucherraten seien gut, sagte Werner.
SCHWARZE ZAHLEN AB 2012
Praktiker hofft so, den Kunden- und Umsatzschwund zu stoppen. In diesem Jahr sollen die Erlöse auf dem Niveau von 2010 bleiben, auch wenn im ersten Quartal nochmals mit Rückgängen zu rechnen ist. Mit der beginnenden Gartensaison soll sich dies aber ändern. Sein operative Ergebnis (EBITA) will Praktiker stetig verbessern. 2010 legte es bereinigt um Sonderfaktoren um 6,6 Prozent auf 67,7 Millionen Euro zu. 2011 werde es noch deutlicher steigen, versprach Finanzchef Markus Schürholz.
Helfen sollen dabei Einsparungen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern auf der Führungsebene Stellen abgebaut. Zudem wurde der Startschuss für eine neue Einkaufsorganisation gelegt, mit der die Warenbeschaffung in Asien effizienter werden soll. In diesem Jahr steht die Runderneuerung der Logistik an. Der Umbau hatte das Ergebnis in 2010 bereits mit gut 24 Millionen Euro belastet. In diesem Jahr wird noch einmal ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag für die Neuausrichtung fällig. Die ersten Erfolge aus dem Umbau sollen 2012 zu sehen sein. Dann sollen die Erlöse wieder steigen und unter dem Strich schwarze Zahlen stehen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr will Praktiker seinen Aktionäre eine stabile Dividende von 0,10 Euro je Aktie zahlen./she/ep/dc

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