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Zürich (awp) - In der Schweiz wachsen nach der Katastrophe in Japan die Zweifel am Bau neuer AKWs. Nach den Unfällen im japanischen AKW Fukushima im Zusammenhang mit dem Tsunami hatte daher BR Doris Leuthard den Bau neuer Atomkraftwerke sistiert. "Auch Alpiq steht hinter der Sistierung der AKW-Gesuche", erklärte Hans E. Schweickart, Verwaltungsratspräsident (VRP) der Alpiq, im Gespräch mit der "Handelszeitung" (HaZ; Vorabdruck vom 24.03.).
Er widerspricht damit der im "Sonntag" kolportierten Geschichte, Axpo-Chef Heinz Karrer habe das Gesuch für den Bau eines neuen AKW zurückziehen wollen, sei aber von Alpiq gehindert worden: "Das ist absolut falsch". Als die Situation in Japan eskalierte, hätten Axpo, BKW und Alpiq Rücksprache genommen. Man sei zum Schluss gekommen, dass man Leuthards Sistierung begrüsse. "Es wäre das schlechteste überhaupt, wenn die drei Firmen jetzt auf eigene Faust vorgehen würde", so der VRP weiter.
Klar ist für Schweickardt, dass der bisherige Zeitplan heute Makulatur ist. "Zuerst müssen wir wissen, was in Japan passiert ist." Die Erkenntnisse müssen in Neubauprojekte einbezogen werden. Es werde einige Zeit dauern, bis die Ergebnisse vorliegen. Er glaubt darum nicht, dass eine AKW-Abstimmung vor den nächsten Wahlen 2015 realistisch ist, so der VRP weiter.
Heute stammen 40% des Schweizer Stroms aus Atomkraft. "Wenn man ehrlich ist, muss man zugeben: Wind, Photovoltaik und andere erneuerbare ­Energieformen sind noch weit davon entfernt, diese Menge zu ersetzen", so Schweickardt. Deshalb müsse über die Alternative Gaskraftwerke nachgedacht werden. Der VRP hat schon bisher die Meinung vertreten, dass der Bau einiger weniger Gaskraftwerke als Überangslösung nötig werden könnte, bis die neuen Kernkraftwerke ans Netz kommen.
Bisher sei der Bau von Gaskraftwerken in der Schweiz aber unpopulär gewesen. Dies könnte sich nun ändern. Schweickardt beobachtet jedenfalls, dass sich die negative Haltung gegenüber Gaskraftwerken aufweicht, sogar im linken und grünen Lager. "Durch die grundsätzliche Frage nach der Zukunft der Kernenergie könnte sich hier etwas bewegen", glaubt Schweickardt. Wichtig sei jedoch eine einvernehmliche Regelung der CO2-Kompensation, welche bisher noch ungeklärt ist.
dl

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