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Zürich (awp) - Die Credit Suisse (CS) soll "über den Zyklus" eine Eigenkapitalrendite (RoE) von 18% generieren. Zu den Gesamteinnahmen der Grossbank sollen die Bereiche Private Banking und Asset Management "mehr als 50%" beisteuern. "Wir wollen die Ausschläge glätten und nachhaltige Gewinne erwirtschaften", sagt der designierte Präsident des Verwaltungsrates, Urs Rohner, im Interview mit der "NZZ am Sonntag" (NZZaS, 16.01.). Damit bestätigt er früher genannte Zielsetzungen. Auch will Rohner die Dividendenpolitik fortsetzen.
Im Weiteren sei die sichere Schweiz in der Euro-Krise attraktiver geworden. Allerdings habe die CS "grundsätzlich kein Interesse an einem schwachen Dollar und Euro".
Im Interview gibt sich Rohner überzeugt vom Konzept der integrierten Bank mit Private Banking, Investmentbank und Asset Management sowie von einer weltweiten Präsenz. "Das Zusammenspiel dieser Einheiten bringt dem Kunden einen hohen Nutzen. Im Unterschied zu anderen Banken haben wir dieses Konzept erfolgreich umgesetzt", so Rohner.
Im Zuge der Finanzkrise sei die CS im Investment Banking aus "kapitalintensiven und risikoträchtigen Geschäften" ausgestiegen. "Dadurch mögen in Boomzeiten die absoluten Erträge geringer ausfallen, aber wir werden über längere Zyklen konstantere Erträge erzielen, weil wir wegen der tieferen Risiken die Ausschläge nach unten vermeiden." So werde bei den Gesamteinnahmen ein Verhältnis von mehr als 50% Private Banking und Asset Management angestrebt, ein Anteil von beispielsweise 70% wie in der jüngeren Vergangenheit sei zu hoch.
"Mit unserem Geschäftsmodell sind wir weniger den Marktverwerfungen ausgesetzt. Das sieht man daran, dass wir im vergangenen Jahr kaum einen Tag mit Handelsverlusten hatten", betont Rohner. Wichtig sei, dass die Volatilität und das Verlustpotenzial insgesamt geringer geworden seien.
In der Vermögensverwaltung erwartet Rohner keine sinkenden Margen: "Ich erwarte nicht, dass die Margen in der Vermögensverwaltung langfristig sinken." Er denke auch nicht, dass das geringere Risiko im Investment Banking über einen gesamten Zyklus hinweg zu tieferen Renditen führen werde. "Unser Ziel ist jetzt eine Eigenkapitalrendite von 18%. Insofern liegen wir erheblich tiefer als die früher teilweise kurzfristig möglichen 25 bis 30%. Ob wir unser Ziel erreichen, hängt auch von den regulatorischen Vorgaben ab." Regulierung gebe es aber nicht zum Nulltarif: "Gewisse Dienstleistungen könnten künftig teurer werden", so Rohner.
Folglich werde das CS-Management die Kapitalallokation genau planen: "Wir werden genau anschauen, in welchen Bereichen wir wie viel Kapital einsetzen müssen. Daran werden sich auch die Preise für die jeweiligen Dienstleistungen orientieren müssen. Und wir werden das Ziel für die Eigenkapitalrendite auch im Licht der neuen Kapitalbestimmungen regelmässig überprüfen", sagt Rohner.
Im Weiteren nahm Rohner aus Anlass des starken Schweizer Frankens auch Stellung zum Devisenhandel. Die CS habe ihren Eigenhandel bereits 2008 komplett eingestellt. "Zudem erzielt die CS 68% ihrer Einkünfte nicht in Franken, sondern vor allem in Dollars und in Euro. Wir sind also so aufgestellt, dass wir von einem steigenden Euro profitieren und unter einem schwachen Euro leiden", so Rohner. Der Devisenhandel spiele sich mehrheitlich ausserhalb der Schweiz ab. Der Devisenhandelsumsatz aller Schweizer Banken liege global bei 5%, wie Rohner weiter sagte.
Überdies habe die CS in der Schweiz rund 70 Mrd CHF Kredite an Firmen ausstehend, vor allem an exportorientierte mittelständische Unternehmen.
Im Hinblick auf die Entwicklung der Eurokrise sagte Rohner, dass sowohl das direkte als auch indirekte Engagement in hochverschuldeten Ländern "sehr genau" beobachtet werde. "Da sind wir im Moment nicht besorgt." Auf der anderen Seite habe aber die Euro-Krise auch dazu geführt, dass sichere Länder wie die Schweiz für Bankkunden attraktiver geworden seien.
Rohner ist optimistisch für die Zukunft des Euro: "Ich gehe davon aus, dass der Euro überleben wird, schlichtweg aus der Logik, dass es keine Alternativen gibt. Mittelfristig setzt sich vielleicht die Idee durch, wie sie von Jean-Claude Juncker skizziert worden ist: Die Herausgabe von Euro-Staatsanleihen, für welche alle EU-Staaten haften. Das wäre ein Schritt weiter von der heute faktisch schon bestehenden Transfer- in Richtung Haftungsunion."
rt

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