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PRESSE/CS-Illy: Börsengänge in der Schweiz für 2010 zu erwarten

Dieser Inhalt wurde am 18. November 2009 - 09:10 publiziert

Zürich (awp) - Marco Illy, Investment-Banking-Experte der Credit Suisse, rechnet im kommenden Jahr mit Neukotierungen im Inland. "Europa verzeichnet 2009 einige Börsengänge. In der Schweiz wird es bis 2010 dauern", sagte Illy gegenüber der "Finanz und Wirtschaft" (FuW, Ausgabe 18.11.). Frische Aktien würden überwiegend von Private-Equity-Unternehmen platziert, die ihren Ausstieg aus einer Gesellschaft vornähmen.
Dies sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Einerseits lägen Private-Equity-Investoren mit den gegenwärtigen Börsenbewertungen im Gewinn. Andererseits benötigten manche der von ihnen gehaltenen Unternehmen zusätzliches Kapital, um zu wachsen, erklärte der Investment Banker.
Früher seien strategische Investoren im Vergleich zu Beteiligungsgesellschaften im Nachteil gewesen, weil sie Übernahmen nicht mit einem so hohen Schuldenanteil finanzieren konnten. "Heute ist es umgekehrt", so Illy mit Blick auf die Veränderungen am Finanzmarkt. Private-Equity-Investoren könnten nicht mehr so aggressiv bieten und strategische Käufer hätten die längeren Spiesse.
Bei Unternehmensfinanzierungen dürfte die Aufnahme von Mitteln über den Kapitalmarkt statt über Bankkredite eher noch zunehmen, erklärte der CS-Banker, dies auch aufgrund der verschärften Eigenmittelvorschriften. Ohne Investment Banking seien Finanzierungen am Kapitalmarkt gar nicht möglich. Die Nachfrage der Kunden nach Dienstleistungen in diesem Bereich müsse deshalb steigen.
Die hiesigen Unternehmen seien auf ausländisches Kapital angewiesen, hiess es weiter. In den grösseren Konzernen bestehe das Aktionariat nur zu 35 bis 40% aus Schweizern. "Als Investoren immer wichtiger werden die Staatsfonds aus dem Mittleren und dem Fernen Osten", betonte Illy. Dabei seien Staatsfonds keine aktivistischen Investoren, sie verhielten sich wie gewöhnliche institutionelle Anleger.
Mit Blick auf mögliche Firmenübernahmen erklärte der Leiter des Investment Bankings der Grossbank im deutschsprachigen Europa, Konsolidierungsdruck bestehe in der Konsumgüterindustrie, was sich auch auf die Zulieferer auswirken könne. "Ich denke etwa an die Sektoren Flavors und Fragrances oder an die Chemiebranche", sagte Illy. Handlungsbedarf bestehe ferner noch in der Medienbranche.
Auch im Private Banking werde es zu weiteren Transaktionen kommen. Die notwendige Grösse der verwalteten Vermögen erhöhe sich aufgrund steigender Kosten - beispielsweise für Compliance und IT - auf 100 bis 200 Mrd CHF. "Zudem kommen weitere Private-Banking-Einheiten von Grossbanken, die staatliche Unterstützung haben, in den Verkauf", erklärte der Banker.
cc/uh

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