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PRESSE/Deutsche Banken fordern 50 Milliarden Dollar von Lehman Brothers

Dieser Inhalt wurde am 07. Oktober 2009 - 13:30 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Ein Jahr nach der Pleite der US- Investmentbank Lehman Brothers erheben die deutschen Banken einem Pressebericht zufolge Anspruch auf 50 Milliarden Dollar aus der Insolvenzmasse. Die Summe geht aus Aufstellungen des Forderungsverwalters hervor, wie das "Handelsblatt" am Mittwoch berichtete. Die Forderungen nach umgerechnet 34 Milliarden Euro stellen nicht nur die deutschen Banken, sondern auch der Bundesverband deutscher Banken (BdB) und die Bundesbank. Dieser stolze Betrag wird aber wohl nicht fliessen, sondern lediglich Bruchteile davon.
Nach Expertenansicht ist die Summe irreführend und nur eine theoretische Grösse. Viele Banken hätten Forderungen gestellt, obwohl sie selbst noch Lehman-Papiere und Gegenforderungen in ihrem Besitz haben. In einem besseren Marktumfeld könnten sie die Papiere in Zukunft wieder mit Ertrag verkaufen, verlautete aus Frankfurter Bankenkreisen. Zudem sei angesichts der riesigen Zahl der Gläubiger die Chance, tatsächlich Geld aus der Insolvenzmasse zu bekommen, gering.
SCHULDEN SOLLEN BEI 613 MILLIARDEN DOLLAR LIEGEN
Die Investmentbank Lehman Brothers hatte am 15. September 2008 Insolvenz angemeldet. Die Pleite gilt als Auslöser der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Schulden der Investmentbank sollen sich laut Zeitung seinerzeit auf 613 Milliarden Dollar belaufen haben.
Der grösste Posten aus Deutschland fällt laut Zeitungsbericht auf den Bankenverband, der mehr als 25,7 Milliarden Dollar angemeldet hat. Der Verband wollte diesen Betrag auf Anfrage nicht bestätigten. Wie aus Kreisen in Berlin verlautete, handelt es sich dabei um Gelder, mit denen der Einlagensicherungsfonds Anleger entschädigt hat, die bei Lehman Deutschland Geld angelegt und wegen der Pleite der Bank verloren hatten. Das seien private Sparer, aber auch Kommunen.
BUNDESBANK MACHT RUND 10,4 MILLIARDEN DOLLAR GELTEND
Die Bundesbank macht rund 10,4 Milliarden Dollar geltend. "Lehman hat sich bei der Bundesbank refinanziert und entsprechend Sicherheiten hinterlegt", sagte ein Bundesbank-Sprecher, der die Summe nannte. Den Betrag fordere die Deutsche Bundesbank im Namen aller Zentralbanken des Eurosystems. Bis zu einer Entscheidung werde es wohl Jahre dauern.
Spitzenreiter unter den heimischen Banken ist laut "Handelsblatt" die Deutsche Bank , die allein rund 6,3 Milliarden Dollar fordere. Die Bank wollte diesen Betrag nicht bestätigen. Aufgrund von Kapitalmarkttransaktionen wie Absicherungsgeschäften sei der Bank aus der Lehman-Insolvenz aber kein Schaden entstanden, sagte ein Sprecher. Die Commerzbank habe 4,9 Milliarden Dollar angemeldet. "Wir haben für alle erkennbaren Risiken Vorkehrungen getroffen", sagte ein Commerzbank-Sprecher.
mt/DP/he

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