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DÜSSELDORF (awp international) - Der Energiekonzern Eon kauft seit der Finanzkrise einem Pressebericht zufolge als erster Dax-Konzern im grossen Stil eigene Anleihen zurück. Damit wolle das Unternehmen seine Verschuldung senken. Eon habe am Montag Investoren angesprochen, die Schuldtitel im Nennwert von knapp 7,2 Milliarden Euro halten, schreibt die "Financial Times Deutschland" (FTD/Dienstagausgabe). Wie viel Eon tatsächlich zurückkaufen werde, habe der Konzern noch nicht festgelegt. Der Anleiherückkauf verbessere Eons Bonitätsnote und habe Vorteile für die Bilanz, sagte ein Firmensprecher der Zeitung. Auch sei es "einfach zu teuer, höher verschuldet zu sein."
Das Geschäft könnte laut Zeitung der Beginn für eine Entschuldungsoffensive deutscher Konzerne sein. Auch wegen der starken Konjunktur haben die Unternehmen derzeit viel Geld flüssig. Anders als US-Konzerne halten sich deutsche Firmen zudem mit kostspieligen Übernahmen bislang zurück.
Eon hatte in den vergangenen Jahren auch wegen der teuren Zukäufe des früheren Vorstandschefs Wulf Bernotat fast 45 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Nachfolger Johannes Teyssen hat sich nun einen deutlichen Abbau der Verbindlichkeiten vorgenommen. Zuletzt hatte der Versorger durch den Verkauf diverser Beteiligungen wie der Gasnetztochter in Italien und der milliardenschweren Anteile an der russischen Gasfirma Gazprom viel Geld kassiert. Insgesamt will Teyssen bis 2013 durch Veräusserungen 15 Milliarden Euro einnehmen. Er plant zugleich, in den Schwellenländern zu wachsen.
Im vergangenen Jahr hatten 30 europäische Unternehmen Anleihen zurückgekauft oder entsprechende Umtauschangebote gemacht, wie laut Zeitung aus Daten der Bank UBS hervorgeht. Deutsche Firmen hätten auf grosse Angebote bislang aber verzichtet. Analysten erwarten, dass sich das nun ändert. Anleiheexperte Matthias Minor von der Royal Bank of Scotland sieht "grosses Interesse, bei Investoren wie auch bei anderen Unternehmen". Das Institut begleitet laut FTD den Eon-Rückkauf.
Allerdings ist eine Anleiherückkauf nicht billig. Firmen müssen den Investoren in der Regel eine Prämie als Anreiz bieten. Denn Anleihen europäischer Grosskonzerne, die als gute Schuldner gelten, werden meist deutlich über dem Nennwert gehandelt. Hinzu kommen die Kosten, die für einen Anleiherückkauf anfallen./enl/mne/nmu

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