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Basel (awp/sda) - Der Ex-Chefökonom der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Ulrich Kohli, kritisiert die Interventionen der SNB auf dem Devisenmarkt: Ihre Strategie, im grossen Stil Euro zu kaufen um den Franken zu schwächen, sei ein "Fiasko" gewesen. Der Jahresverlust der SNB sei beängstigend.
Die Interventionen hätten die Aufwertung des Frankens im besten Fall um zwei oder drei Monate verzögert, sagte Kohli im Interview mit der "Basler Zeitung" vom Freitag. Der Jahresverlust der SNB von 21 Mrd CHF sei von historischen Proportionen und unnötig. "Das Interventionen generell nichts nützen, ist eigentlich nichts Neues."
Die Nationalbank habe wegen dieses Vorgehens an Glaubwürdigkeit verloren, sagte der Ökonom. "Jetzt ist sie verwundet, ihre Bilanz ist geschwächt, und sie hat kaum noch die Möglichkeit, etwas zu unternehmen." Zudem bestehe wegen der extrem ausgeweiteten Geldmenge mittelfristig Inflationsgefahr.
Ulrich Kohli äusserte sich auch skeptisch zum Bericht "Too big to fail" des Bundesrats zu systemrelevanten Banken: "Grossbanken müssen offenbar unbedingt ordentlich und frühzeitig, ohne Einsatz von Steuergeldern, liquidierbar werden. Eine solche Prämisse halte ich für total verfehlt."
Die Rettung der Grossbank UBS habe den Steuerzahlern bis heute keinen Rappen gekostet. "Aber auch wenn sie etwas gekostet hätte, wäre dies weniger schlimm gewesen als die Alternative einer Liquidierung." Im Falle einer geordneten, frühzeitigen Liquidierung ohne Einsatz von öffentlichen Geldern hätte die Wirtschaft mit Dutzenden von Milliarden gerade stehen müssen, sagte Kohli.
Ulrich Kohli trat im Sommer 2009 als Chefökonom der SNB zurück und ist jetzt als Wirtschaftsprofessor an der Universität Genf tätig.
uh

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