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PRESSE/Karstadt-Insolvenzverwalter findet möglichen neuen Investor

Dieser Inhalt wurde am 21. Mai 2010 - 19:26 publiziert

DÜSSELDORF (awp international) - Der insolvente Kaufhaus-Konzern Karstadt hat möglicherweise einen Käufer gefunden. Nach "Handelsblatt"-Informationen aus Kreisen der Beteiligten hat Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Freitag ein detailliertes Kaufangebot für alle Geschäftsaktivitäten von Karstadt erhalten. Das Angebot stamme von Berggruen Holdings Ltd., einer Investmentgesellschaft, die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuert wird. Angaben zum Kaufpreis gebe es nicht, hiess es in dem Bericht. Er dürfte aber "überschaubar" sein, hiess es von den Beteiligten. Voraussetzung für einen möglichen Kauf durch Berggruen sind aber offenbar Zugeständnisse der Vermieter und der Kommunen - die Arbeitnehmer sollen den Informationen zufolge aber verschont bleiben.
Görg bestätigte dem "Handelsblatt" auf Anfrage, dass das Angebot eingegangen sei, nannte aber keine Details. Er wolle es zügig prüfen. Der Sprecher der Berggruen Holding, Wolfgang Weber-Thedy, sagte der Zeitung, dass die Gruppe eine Offerte abgegeben hat. Sie beabsichtigt innerhalb der nächsten Woche einen Vertrag mit dem Insolvenzverwalter abzuschliessen. Die Eile hat ihren Grund: Bis zum 27. Mai muss ein Investor gefunden sein, damit zunächt der Insolvenzplan in Kraft tritt und anschliessend ein Verkauf über die Bühne gehen kann.
Der 48-jährige Nicolas Berggruen ist Sohn des 2007 verstorbenen deutschen Kunstsammlers Heinz Berggruen. Er steuert von seiner Berliner Niederlassung vor allem Investments in Immobilien. Dazu diesen zählen unter anderem die Sarotti Höfe, die Schuckert Werke und das Café Moskau. Als Investor wurde er in Deutschland bekannt, als er vor zweieinhalb Jahren teile des insolventen Möbelherstellers Schieder kaufte.
Grundlage für das Angebot Berggruens sei eine umfassende Analyse der gegenwärtigen Lage Karstadts. Der Investor habe in den vergangenen Wochen Zugang zu den Datenräumen gehabt. Er habe den Restrukturierungsplan, der vom derzeitigen Karstadt-Management vorgelegt wurde, ebenfalls geprüft. Vor Berggruen hatte sich bisher nur die Investorengruppe Triton als Käufer für Karstadt ins Gespräch gebracht. Sie drohte jedoch jüngst mit Rückzug, nachdem sie vergeblich zugeständnisse der Arbeitnehmer verlangt hatte. So sollten 4000 der 25.000 Stellen bei Karstadt wegfallen.
Berggruen verlangt von den Angestellten offenbar erst einmal keine weiteren Zugeständnisse. Weder Lohnverzicht noch Arbeitsplatzabbau sei geplant, betonte sein Sprecher. Verhandeln will der mögliche Investor dennoch - und zwar mit der Vermietergruppe der 120 Karstadt-Häuser, hinter der das High-Street-Konsortium steckt. Nach "Handelsblatt"-Informationen fliessen derzeit rund zehn Prozent des Karstadt-Umsatzes von etwa 3,6 Milliarden Euro in die Mietkosten. In der Branche sind Werte von rund sieben Prozent üblich. Berggruen will Verhandlungen hierzu umgehend beginnen.
"Wir erwarten insbesondere von den Vermietern der Geschäfts- und Büroimmobilien von Karstadt, die mit dem Vorhaben verbundenen Lasten zu gleichen Teilen zu schultern und damit insbesondere auch die betriebliche Restrukturierung und die langfristige Zukunft des Unternehmens zu sichern", sagte Berggruen-Sprecher Weber-Thedy. Die Einigung mit den Vermietern sei eine Voraussetzung für dem Abschluss des Kaufvertrages. Auch der Erlass der Gewerbesteuer für Karstadt, der in diesen Tagen in Kommunen wie etwa Dresden erneut auf dem Prüfstein steht, ist für Berggruen eine wichtige Voraussetzung zum Kauf./zb

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