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LONDON (awp international) - Libyens Machthaber Muammar Gaddafi hat über einen staatlichen Fonds einem Bericht zufolge Milliarden am Finanzmarkt verzockt. Die Verluste seien 2010 vor allem im risikoträchtigen Geschäft mit Derivaten angefallen, berichtete die "Financial Times" (FT) am Donnerstag. Dies gehe aus einem libyschen Regierungsdokument hervor, das der britischen Menschenrechts- und Umweltschutzorganisation Global Witness zugespielt worden sei. An den Deals seien namhafte Banken und Hedge Fonds beteiligt gewesen, wie Societe Generale, JPMorgan, Credit Suisse und BNP Paribas.
In dem Dokument für die Libyan Investment Authority (LIA) wird dem Wirtschaftsblatt zufolge darauf hingewiesen, dass der Wert ihrer Anlagen zum Stichtag 30. Juni 2010 von 5,0 auf 3,5 Milliarden US-Dollar (2,5 Mrd. Euro) gefallen sei. Insgesamt habe der Fonds zu diesem Zeitpunkt über ein Vermögen von 53,3 Milliarden Dollar verfügt. Einer der grössten Verluste in Höhe von 98,5 Prozent sei im Portfolio für Aktien- und Währungsderivate aufgetreten. Im Rahmen der gegen Libyen verhängten Sanktionen haben die USA und Grossbritannien derzeit 55 Milliarden Dollar an Vermögenswerten des Landes eingefroren.
Die französische Societe Generale wollte der Zeitung keine Stellungnahme zu den Geschäften geben. Die Bank kommentiere Investitionen einzelner Kunden nicht, sagte ein Sprecher. Die drei übrigen Grossbanken hätten auf Anfragen nicht reagiert, hiess es weiter.
Ein Sprecher von Global Witness kritisierte die Geschäfte westlicher Grossbanken mit Libyen. Robert Palmer wird von der Zeitung mit den Worten zitiert: "Es ist auffallend, wie viele grosse Spitzen-Finanzinstitute bereit waren, Geschäfte mit dem libyschen Regime zu machen, wo es doch offensichtlich Bedenken hinsichtlich eines möglichen Missbrauchs staatlichen Vermögens zum privaten Nutzen gab." Der "Financial Times" hat das Dokument nach eigenen Angaben zur Ansicht vorgelegen./jb/zb/tw

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