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Zürich (awp) - Der Rohstoffhändler Marc Rich zieht in seinem ersten Interview seit zwanzig Jahren Bilanz. Er stärkt dem Management seiner ehemaligen Gesellschaft Glencore mit Blick auf den offenbar anstehenden Börsengang den Rücken, würde sich selber aber gegen einen solchen Schritt entscheiden. Rich äussert sich unter anderem auch zum Bankenstreit mit den USA, zur Zukunft des Schweizer Finanzplatzes und des Bankgeheimnisses sowie zum starken Franken.
"Vermutlich hat Glencore gar keine andere Wahl", sagte Rich in einem Weltwoche-Interview von Daniel Ammann, dem Autor der Rich-Biographie "King of Oil". Wäre er allerdings heute noch der Besitzer von Glencore, würde das Unternehmen "vermutlich nicht" an die Börse bringen. "Es ist viel praktischer, kein börsenkotiertes Unternehmen zu sein. Dann müssen Sie keine Informationen geben. ... Diskretion ist in diesem Geschäft ein wichtiger Erfolgsfaktor."
Heute werde jedoch auf Transparenz viel mehr Wert gelegt als früher. Das schränke die Geschäftsmöglichkeiten etwas ein. "Es ist aber einfach eine neue Strategie, nach der man sich dann richten muss." Er selber werde Glencore-Aktien kaufen, verriet Rich.
Als Antrieb für den IPO vermutet Rich die Möglichkeit, an der Börse einfacher an frisches Geld zu kommen, um das geplante Wachstum zu finanzieren. Ferner werde so die Liquidität der Aktie verbessert, was es leichter mache, aus der Firma auszuscheiden und sich auszahlen zu lassen. "Vielleicht ist der Börsengang eine Exit-Strategie des Topmanagements. Man sollte bekanntlich gehen, wenn es gut läuft."
Rich bedauert die leichtfertige Aufgabe des Bankgeheimnisses. "Die Schweizer Regierung war viel zu nachgiebig gegenüber den USA: Sie hätte die Daten der Bankkunden nicht herausgeben sollen. Das war ein grosser Fehler", klagt er an. Das Bankgeheimnis liegt nach Auffassung von Rich im Sterben: "Ich erwarte sein definitives Ende schon bald."
Die Banken würden den Tod des Bankgeheimnisses jedoch überleben. "Das Bankgeheimnis ist für sie viel weniger wichtig als vor, sagen wir, zwanzig Jahren. Heute sind Kompetenz und Können entscheidend. Das haben die Schweizer Banken." Die beste Bank der Welt ist übrigens in den Augen von Rich die UBS. "Oswald Grübel und sein Team leisten hervorragende Arbeit."
Der Schweizer Franken wird nach Richs Einschätzung auf absehbare Frist stark bleiben. Schweizer Firmen, die unter dem starken Franken leiden, rät er, mit diesem leben zu lernen und ihr Währungsrisiko zu "hedgen", also abzusichern.
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