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FRANKFURT (awp international) - Die Übernahme des Motorenherstellers Tognum dürfte Daimler und Rolls-Royce einem Pressebericht zufolge deutlich teurer kommen als erwartet. Der Tognum-Grossaktionär ING protestiere vehement gegen den in Aussicht gestellten Angebotspreis von 24 Euro je Aktie, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montagausgabe) unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Brief an den Tognum-Vorstand in Friedrichshafen. Darin werde ein Angebot von 30 bis 32 Euro als fair erachtet.
Die Meinung der ING habe durchaus Gewicht: der niederländische Finanzkonzern, von dem es im Tognum-Geschäftsbericht heisse, er habe "über fünf Prozent" der Aktien, halte tatsächlich neun Prozent der Anteile. An diesem Miteigentümer kämen die Daimler AG und Rolls-Royce Plc also nicht vorbei. Der Markt spekuliere offenbar ohnehin auf eine Nachbesserung: seit die Übernahmepläne bekannt geworden seien, notiere die Aktie kontinuierlich über 25 Euro.
ING betone in dem Brief, dass man bei Tognum als langfristiger Investor engagiert sei. Damit unterstreiche ING, dass es ihnen anders als kurzfristig orientierten Hedge-Fonds nicht darum gehe, das Übernahmeszenario zu nutzen, um auf die Schnelle höhere Kaufpreise herauszuhandeln. "Der Preis von 24 Euro misst Tognum auf der Basis einer Bewertung als weiterhin unabhängigem Unternehmen zu wenig Wert zu. Er schliesst aber auch alle bisherigen Aktionäre - ausser die Daimler AG - von ihrem Anteil an den hohen Synergien aus, die aus der Zusammenführung der Geschäfte von Rolls-Royce und Tognum zu erwarten sind", heisse es in dem Brief.
So müsse auf der Basis der sogenannten "stand alone"-Bewertung berücksichtigt werden, welche Fortschritte Tognum in den vergangenen Jahren auf den Gebieten Verbrauch und Emissionen gemacht habe, bei der Verbreiterung seines Produktangebots, der Ausweitung seiner Produktions- und Vertriebskapazität. Hinzu komme, dass das Geschäft von Tognum spätzyklisch sei, was bedeutet, dass es nicht am Beginn, sondern erst am Ende eines konjunkturellen Aufschwungs richtig anzieht. Die Tognum-Aktionäre stünden unmittelbar davor, die Früchte dieser Anstrengungen zu ernten. Ein Kaufangebot von 24 Euro, mithin auf dem Preisniveau, das 2007 zum Börsengang des Unternehmens verlangt worden sei, lasse diesen bevorstehenden Aufschwung ausser Acht.
Tognum müsse in seiner jetzigen, unabhängigen Verfassung mit 27 bis 29 Euro je Aktie bewertet werden, fordere ING auf Basis eigener Analysen. Berücksichtige man zusätzlich die durch die Zusammenführung mit dem Geschäft von Rolls-Royce erzielbaren Synergien, ergebe sich ein Aufschlag von weiteren 3 Euro je Aktie, der schliesslich zum fairen Preisniveau von 32 Euro je Aktie führe. Auch dann liege die Bewertung nach Meinung von ING lediglich auf der Höhe von vergleichbaren Transaktionen in der Branche, zum Beispiel beim Verkauf der Motorenwerke Mannheim an den Marktführer Caterpillar vor einigen Monaten./he

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