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MÜNCHEN (awp international) - Beim Elektrokonzern Siemens verdichten sich die Hinweise auf einen neuerlichen Konzernumbau, mit dem auch ein Börsengang der erfolgreichen Lichtsparte Osram verbunden sein dürfte. Wie unter anderem das "Handelsblatt" und die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag unter Berufung auf das Unternehmensumfeld berichten, wird der Aufsichtsrat am Montag entsprechende Schritte beschliessen. Allerdings sei noch offen, ob der Konzern weiterhin die Mehrheit an der traditionsreichen Tochter behalten wolle, heisst es im "Handelsblatt". Siemens wollte sich nicht zu den Berichten äussern. Der Börsengang von Osram wäre einer der grössten der vergangenen Jahre in Deutschland.
Die "Financial Times Deutschland" hatte bereits am Dienstag über mögliche Pläne für einen Börsengang berichtet, über den seit langem spekuliert wird. Demnach soll auf der Sondersitzung des Aufsichtsgremiums auch ein grundlegender Umbau der Industriesparte beschlossen werden. Die Siemens-Aktie entwickelte sich am Vormittag mit plus 1,4 Prozent als zweitbester Dax-Wert besser als der freundliche Gesamtmarkt.
'VIERTER SEKTOR'
Neben den bisherigen Standbeinen Industrie, Gesundheit und Energie soll dem "Handelsblatt" zufolge ein vierter Sektor entstehen, in dem das stark wachsende Geschäft mit den Städten gebündelt werden soll. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge könnte der neue Sektor den Namen "Green City" erhalten. Bereits am Wochenende hatte der "Spiegel" berichtet, das Industriegeschäft, zu dem Osram gehört, solle neu geordnet werden. Osram mit Sitz in München ist mit einem Umsatz von 4,7 Milliarden Euro und weltweit rund 40.000 Mitarbeitern einer der Grössten in der Branche. Ein Verkauf gilt als schwierig, da kaum ein Konkurrent den Milliardenerwerb stemmen könnte.
Mit dem Konzernumbau dürfte der bislang grösste und umsatzstärkste Industriesektor Bereiche abgeben und deutlich schrumpfen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". So sollten etwa die Gebäudetechnik und die Mobility Division, zu der unter anderen das Zuggeschäft gehört, in die neue Einheit übergehen. Ausserdem könnte aus dem Energiesektor die Stromverteilung in die neue Einheit passen, heisst es in dem Bericht weiter. Auf den Industriesektor kommen demnach weitere Veränderungen zu. So solle die Dienstleistungssparte (Industry Solutions) aufgelöst und und die Automatisierungs- und Antriebssparte eingegliedert werden. Auch Osram werde bis zum Börsengang voraussichtlich dem neuen Sektor angehören.
WOHL KEIN STELLENABBAU
Der Chef der Industriesparte Siegfried Russwurm hatte die Mitarbeiter bereits vor einem Monat in einer E-Mail auf Veränderungen eingestimmt. In dem Schreiben heisst es, die Überlegungen gingen dahin, die Service-Aktivitäten für Industriekunden in einer eigenen Serviceeinheit zu bündeln. "Unsere Kunden wollen zunehmend ganzheitliche Lösungen aus einer Hand. Mit der angestrebten Weiterentwicklung unseres Branchen- und Servicegeschäfts werden wir dieser Erwartungshaltung zukünftig besser gerecht."
Es sei klar, dass diese Überlegungen bei den Mitarbeitern Fragen aufwürfen und Unsicherheiten entstünden, schrieb Russwurm. "Dessen bin ich mir bewusst und deshalb möchte ich an dieser Stelle nochmals betonen: Wir reden hier über Möglichkeiten, wie wir Wachstum fördern können und nicht über ein Restrukturierungsprogramm." Mit einem Stellenabbau dürfte der Umbau demzufolge nicht verbunden sein. Für die Beschäftigten könnte der Umbau aber mit anderen Aufgaben oder einem Standortwechsel verbunden sein./stb/sbr/fn/tw

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