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Zürich (awp) - SNB-Vizepräsident Thomas Jordan hält der Kritik an den massiven Devisenkäufen die "dramatische" Bedrohungslage für die Schweizer Wirtschaft im Frühling 2009 entgegen. Es sei aber möglich, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Politik zu wenig verständlich gemacht habe. "Wir müssen noch besser erklären, dass wir unsere Entscheidungen aus einer Einschätzung der damals herrschenden Risiken getroffen haben", sagte Jordan im Interview mit dem "Tagesanzeiger" (TA; Ausgabe vom 04.03.)
Die Auswirkungen der Krise seien weniger im Haushalt des Bundes, dafür umso mehr in der SNB-Bilanz sichtbar. Bei den derzeitig hohen Buchverlusten auf den Devisenbeständen handle es sich aber um eine Momentaufnahme, hielt Jordan fest. "Die Kosten dieser Intervention lassen sich nur über eine lange Zeit beurteilen." Im Normalfall komme es zu Gegenbewegungen bei den Wechselkursen. Ausserdem würden die gekauften Devisen Erträge abwerfen, die mithelfen, Verluste über die Zeit abzutragen.
In der "Too big to fail"-Problematik spricht sich der SNB-Vize weiterhin erneut gegen eine Aufweichung der Bestimmungen aus. Das Gesetz beruhe auf einzelnen Elementen, die aufeinander abgestimmt seien. Beim Herausnehmen oder Verwässern einzelner Elemente könne nicht mehr die beabsichtige Wirkung erzielt werden. Würden zum Beispiel die Kapitalanforderungen gesenkt, müssten die Anforderungen an die organisatorischen Massnahmen, etwa die Abwicklung von Bankeinheiten bei enormen Verlusten, entsprechend einscheidender sein.
Das Paket umzusetzen, erfordere von den beiden Grossbanken grosse Anstrengungen, so Jordan weiter. "Ist es aber einmal umgesetzt, werden die Banken davon profitieren. Denn dann heben sie sich von der ausländischen Konkurrenz positiv ab bezüglich Stabilität, Kapital- und Liquiditätsaustattung." Auch habe die Credit Suisse kürzlich gezeigt, dass ein Markt für CoCo-Bonds (Contingent Convertible Bonds) existiert. Deren Kapitalkosten seien geringer als jene für Aktienkapital.
mk/ra

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